Wie zwei Leute eine ganze Stadt in Verruf bringen können

Endlich, ich hatte mich schon riesig gefreut. Denn endlich hatten wir, als chronische Fahrradfahrer das Auto von meinem Schwiegervater bekommen. Männer kurz vor der Rente haben irgendwie nie Zeit. Doch da wir am Wochenende den halbjährlichen Besuch abgehalten haben, kam mal wieder das Thema Brille auf den Tisch.

Denn grundsätzlich wollten wir nur deshalb das Auto haben, da bei der Brille meines Mannes komischerweise nur auf einem Brillenglas sich Kratzer bildeten. Wir hatten seine Brille zwar bei einem Besuch bei meinen Eltern im „goldenem Westen“ gekauft, aber eine Filiale gab es auch hier in Mitteldeutschland in der Nähe.

Seitdem ich wußte, dass wir das Auto bekommen würden, war ich innerlich vollkommen aus dem Häuschen. Hütete ich doch aus gesundheitlichen Gründen seit ca. 8 Wochen das Haus. Endlich mal wieder aus dem Haus, aus der Stadt kommen, Musik in meinen Gedanken. Doch es kommt ja immer anders, als man denkt.

Denn pünktlich zu unserem Termin nach MD fing sich mein Mann eine Magenverstimmung ein. Nach mehrmaligen Nachfragen traute er sich aber die Fahrt zu. Also war ich nur halb verstimmt, auch wenn die Sorge um die Gesundheit meines Mannes wie ein Schatten des Damoklesschwertes über mir schwebte.

Anfangs schaute es auch noch gut aus, außer ein bisschen Magenschmerzen, wie es schien, wirkte er in Ordnung. Doch kaum waren wir in dem EinkaufsCarré, schlug die Gesundheit um. Immerhin wollten wir noch in den Brillen & Sonstiges-Laden nachfragen, warum sich nur auf einem Glas Streifen bildeten. Vorher wurde mal wieder das WC aufgesucht, der beste Freund an diesem Tag für meinen Mann. Ich wartete, mal wieder draußen. Immerhin war das Carré fortschrittlich, es hatte eine harte Holzbank zur Verfügung gestellt, auf der es sich die wartenden Partner bequem machen konnten. Andere Partner setzen sich zu mir, gingen wieder, setzten sich zu mir und gingen dann auch wieder. Dem Reinigungspersonal schien mein Warten zu lange zu dauern und man wies mich an, den Wartebereich zu verlassen, was ich in diesem Moment sehr dreist fand. So wartete ich doch auf meinen Partner, dem es nicht all zu gut ging, schätzte ich. Doch davon wollte man kaum etwas wissen. Ich war froh, dass Murphy mich erlöste und in genau diesem Moment meinen Mann hinausschickte.

Die Gesichtsfarbe gefiel mir gar nicht, war er doch von der weißen Carréwand nicht sehr zu unterscheiden. Da dies aber nicht die erste und mit ziemlich großer Sicherheit nicht unsere letzte Magenverstimmung war, gingen wir zielstrebig auf die Apotheke zu und deckten uns mit magenberuhigende Medikamente ein.

Einmal frische Luft vor der Türe tief eingeatmet und wir starteten durch, zum Brillenladen. Nachdem mein Mann die Situation schilderte und die Brille der Verkäuferin in die Hand  drückte, war für sie der Fall klar: Falsch geputzt! Da gab es keine Diskussion. Als die Stimme der Verkäuferin ein paar Oktaven höher und schriller wurde, was der Deeskalation nicht zuträglich war, platzte meinem Mann die Hutschnurr. Er nahm der Verkäuferin seine Brille ab, sagte ihr kurz und knapp, wie er ihr Verhalten fand und verließ diesen Laden.

Wir verließen nicht nur den Laden, sondern steuerten zielstrebig auf das Parkdeck zu und fuhren nach Hause.

 

Fazit des heutigen Tages:

 

Das war für mich das zweite Mal an diesem Tag und sicherlich in dieser gleichen Stunde, dass mir ein Mensch dieser Stadt unfreundlich gegenüber trat. Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, dass das Personal in meinem aktuellem Wohnort unfreundlich, schamlos und pampig ist. Dass man aber in anderen Städten dieser Region auch so mit Kunden umgeht, hat mich sehr geschockt. Schade, ich wäre gerne ein bisschen in Magdeburg bummeln gegangen, vielleicht ein anderes Mal….not! Deutschland hat auch noch andere schöne Städte, in diese Stadt setze ich keinen Fuß mehr, sofern ich nicht muß. Solltest Du ein Magdeburger sein, bedanke dich bei den Mitarbeitern des Brillenladens und dem Carrépersonal am Bahnhof, kennst Du sicher ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.