Wenn die Virtualität zur Realität wechselt

Ich bin ja positive und auch negative Reaktionen meines virtuellen Ganges über Twitter oder Google+ gewohnt, schreibe da nur wenig drüber. Ich finde das normal, ich hinterlasse meine Spuren im Netz und andere dokumentieren diese quasi.

Doch, wie die Überschrift schon vermuten lässt, verwischen langsam die Grenzen.

Vor etwas über einem Jahr, mein Blog war noch recht jung, hatte ich eine ziemlich harte Konfrontation mit einem Menschen auf der Straße, der folgender Meinung war [O-Ton]: „Dein Blog ist scheiße, Deine Katzen langweilig und Du sowieso.“ Ich gebe zu, ich war sehr geschockt. DAS war auch die Zeit, in der mein Blog einen scheintoten Zustand erleiden mußte. Ich fragte mich damals immer wieder, warum dieser Mensch dann scheinbar trotzdem meinen Blog besuchte. Sprach aus der Person der Neid? Wenn ja, worauf denn bitte? Ein paar Beiträge, komische Bilder und ein bisschen Mimimi von mir. Oder hatte er/sie [Das Geschlecht der Person bleibt zu seinem/ihrem Schutz ungenannt] doch Recht und mein Blog ist/war langweilig und … ich glaube jeder Blogger  der negative Reaktionen bekommt, kennt die Gedankenkette, die dann folgt. Zu dieser Zeit fand auch noch ein Umdenken in mir statt, dass ich fast gewillt war, diesen Blog zu löschen.

Heute jedoch bin ich froh, dass ich das nicht gemacht habe. Denn heute gab es ein A-Ha-Erlebnis auf offener Straße. Eigentlich ging es mir gar nicht so gut. Beruflich hatte ich mich etwas übernommen und meine Gesundheit fordert nun ihren Lohn dafür. Also zu meinem Hausarzt des Vertrauens, wie wir die aktuelle Situation so schnell wie möglich wieder hin bekommen und ich so zügig, wie möglich wieder einsatzbereit bin. Leider zog mir der Doc den Zahn, dass es sehr schnell klappte. Betrübt fuhr ich mit der Strapazenbahn nach Hause und machte meinem Frust mit ein paar Lebensmitteleinkäufe wieder weg. Inzwischen habe ich mich sehr daran gewöhnt, dass man mich aufgrund des Nikolausgeschenkes meines Mannes letztes Jahr mit argwöhnischen Augen begutachtet, ein HelloKitty-Gesicht in 40×30 cm fällt eben auf.

Doch zwei junge Frauen, haut mich, ich kann so schwer schätzen, machten es mir heute schwer, darüber hinweg zu sehen. Tuschelnd gingen sie nach dem Einkauf hinter mir her und sprachen mich an, kaum dass wir alleine waren. Ich muß gestehen, dass ich dachte, mein letztes HelloKitty-Stündlein hat geschlagen und sah meine Handtasche im Geiste schon davonrennen. Und ich schäme mich für diesen Gedanken, denn diese Mädels waren sehr freundlich und höflich. Eine von ihnen, sie haben mir leider nicht ihre Namen verraten, fragte mich nervös, ob ich denn DIE dasKaddy sei. Irritiert über die Tatsache, dass man mich vor der Haustüre, fern jedes Nerd-Besuches in der Umgebung, mit meinem Twitternick ansprach, fragte ich, was mich verraten hatte. Es hätte ja auch der fehlende Feenstaub seien können. Doch es war eben dieses besagte Geschenk meines Mannes. Man bedankte sich noch für das weihnachtliche Nageldesign und die zwei jungen Damen gingen dann schnell wieder von dannen mit den Worten: „Ich wußte, dass es sie wirklich gibt!“

Jetzt sitze ich hier und grinse, habe gute Laune und noch mehr Motivation, weiter an meinen Ideen zu arbeiten. Vielen Dank ihr Zwei…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.