Umzug!

Ähnlich wie meinen Adventskalender werde ich auch diesen Beitrag aufbauen. Wenn Du also neu bist, einfach nach unten scrollen. Viel Spaß beim Lesen.
 

T +6d

Nachts ist es in der Innenstadt sehr lebhaft, erst recht zur Zeit. Es ist Ramadan und es ist heiß. Man hört viele Sprachen die Hauswand hochklettern und durchs offene Fenster purzeln. Ich verstehe kaum ein Wort und es ist mir egal, das Gemurmel wiegt mich Abend für Abend in den Schlaf, macht die Hitze erträglich. Das und der Ventilator, der am Fussende vom Bett steht und nachts sich artig hin und herbewegt.

Der Kleiderschrank steht schon im Schlafzimmer, ebenso eiiinige Kisten neben ihm und das Bett. Ansonsten wirkt die Wohnung noch etwas chaotisch, aber ich fühl mich wohl. Inzwischen hat es sich zwischen uns Dreien eingependelt: man weiß nun wie der andere tickt. Man verkneift sich den einen oder anderen Kommentar und fährt nicht zu schnell aus der Haut, zumindest für meinen Teil.

Auch wenn die Essecke doch wieder im Wohnzimmer stehen wird, die Küche ist grösser. Wir werden einen kleinen Tisch und zwei Stühle für uns in die Küche unterbringen für die Mahlzeiten zu Zweit. Wenn wir dann Gäste bekommen, wird dann die Essecke im Wohnzimmer genutzt. Wenn alles gut geht, kann ich heute Nachmittag die Küchenschränke auswaschen und einräumen, ich freue mich.

T +4d

Endlich Sonntag, wir können lange schlafen. So lange, wie man endlich mit Rollo schlafen kann. Es tut gut, dass die Innenstadt Sonntagmorgen nicht soooo früh wie unter der Woche wach wird. Auf einen ist Verlass: Der Geruch nach frisch gebackenen Brötchen.

Ich bekomme Hunger aufs Frühstück, stehe auf, dusche mich und gehe Brötchen holen. So ein Selbstbedienungsbäcker ist sehr günstig, wir werden wohl öfter Brötchen essen.

Ansonsten ist heute ausruhen und langweilen angesagt. Ich hoffe, dass uns Schwiegerpapa nicht die Wände hochgeht, wenn er nichts machen kann, ist er nicht glücklich. Ich erinnere mich, dass er sein eBook mit hat. Hoffentlich hat er ein gutes Buch mit.

T +1d

Erst bin ich wochenlang alleine, nun von heute auf morgen war ich mit zwei anderen Personen unter einem Dach. Das war eine ganz schöne Umgewöhnung. Mal abgesehen davon, dass das Bett nicht mehr so unendlich groß wirkte, ist es manchmal besser, am WC an zu klopfen. Fragt nicht 😉

Ich bin ko ins Bett gefallen und es scheint mir, ich habe nur kurz mit einem kleinem Traum die Augen zu gemacht. Mama hat mich den Tag vorher darauf aufmerksam gemacht, dass der Traum in der ersten Nacht in einer neuen Wohnung in Erfüllung geht. Na dann, dann werden wir ziemlich zügig alle Kisten ausgeräumt und entsorgt haben. Nicht erst wieder ein bis zwei Jahre nach Einzug. Ich bin gespannt.

Glaube ich dem Wecker, habe ich mehrere Stunden geschlafen. Und das sogar richtig tief und fest, denn von dem Krach, den Schwiegerpapa mitbekommen hat, habe ich nichts gehört.

Der Geruch von frisch aufgebackenen Brötchen, der von der Bäckerei im Erdgeschoss hochzieht, hat mich geweckt. Es ist wunderbar, so geweckt zu werden. Man möchte sofort aufstehen & den Frühstückstisch decken, da man Appetit bekommt.

Die Jungs, sorry, Männer dürfen nach dem Essen puzzeln und basteln, ich mach mich auf den Weg zur Agentur für Arbeit, mich auch dort ummelden.

Zero

Es ist geschafft, Schwiegerpapa und ich haben die Katzen eingefangen bekommen und sind frühzeitig los. Wir starteten mit 15°C Außentemperatur, im Auto ist es merklich kühler, Klimaanlage sei Dank. ToniWankenobi, der Umzugsspezialist, liegt in Ruhe im Katzenkorb und versucht zu schlafen. Für ArneSkywalker ist es der erste Umzug, er mauzt die ganze Zeit. Ein Angstpups ist auch mit dabei.

Wir fahren eine Strecke, die das Navi vorschlägt, ich aber nicht kenne –  einmal quer durch Deutschand, an Kassel vorbei. Ich kenne ja nur die Strecke über Braunschweig und Hannover. Aber ich sitze nicht am Steuer, also versuche ich erst gar nicht, Schwiegerpapa dazu zu überreden, die mir bekannte Strecke zu fahren. Schließlich haben ja 3 Routenplaner auch diese Strecke vorgeschlagen. Außerdem soll die Strecke schneller sein, in 4,5h sollen wir am Ziel sein.

Es sind dann aber doch 5h daraus geworden, aber wir sind ohne Komplikationen angekommen auch wenn das Navi eine abenteuerliche Route vorgeschlagen hat. Als Beispiel sind wir quer durch Dortmund gefahren, war viel los.

Die Möbelpacker sind schon eifrig dabei, die Möbel und Kisten aus zu laden. Sie sind nur zu Zweit, das wusste ich, sie hatten es gestern schon gesagt. Doch weder für Katzen, noch für die Packer habe ich ein Auge. Nach 3 Monaten mit nur einem Besuch von 2 Tagen sehe ich endlich meinen Mann wieder, kann ihn in die Arme schließen. Ich wünschte, er würde mich nie wieder loslassen. Ich sage ihm, wie sehr ich ihn liebe und ich ihn vermisst habe. Christian tröstet mich, wiederholt, dass jetzt ja alles geschafft sei. Ich verkneife mir Tränen des Glücks und räusper mich, die Katzen müssen aus dem Korb raus, in die Wohnung. Ummelden möchte ich mich auch noch unbedingt heute. Es war noch mehr zu machen…

T- 1d

Morgen ist es soweit! Ich kann es kaum fassen. Verzeiht mir evtl. Schreibfehler, der Eintrag wird am Handy geschrieben, da natürlich der PC mit allen anderen Möbeln auf dem Weg nach Oberhausen ist. Die Katzen knuddeln sich unterm Bett auf dem Dachboden der Schwiegereltern. Die Übergabe der Wohnung ist ohne weitere spitze Bemerkungen verlaufen. Genau wie das Einladen der Möbel, die Jungs waren zu Dritt und haben gut geschwitzt, beneidet habe ich sie nicht. Ich werde heute früh schlafen gehen, morgen wollen wir „beizeiten los, die Kühle ausnutzen!“, wie Schwiegerpapa so schön sagt. Ich werde jetzt noch etwas zu ihm und Schwiegermama runter gehen, bis es ins Bett geht.

T- 3d

Jaja, gestern war ein komischer Tag und der heute macht genau so komisch weiter. Ich habe heute zwar nicht, wie gestern, ausgeschlafen, sondern war im Gegenteil vor dem Wecker wach. Aber dafür steckt der Teufel im Detail. Beim Versuch eine Mücke zu töten habe ich das Bügelbrett umgerissen, was aktuell als Ablage funktioniert. Dieser Inhalt hat sich auf meine Zehen gestürzt. Beim Laufen bin ich dank eines rücksichtslosen Radfahrers in die Brennesseln gesprungen. Und die erste Kiste, die ich heute anhob, war mein Wäschekorb. Dieser hat dafür gesorgt, dass es im Schulterbereich komisch knackte. Und zu guter Letzt packte ich beim Spülmaschine auspacken in eine Klinge, so dass ich mir unterm Daumennagel eine Wunde zuzog. Alles in allem also ein recht erfolgreicher Tag, nur nicht in Sachen Kisten packen. Kann maximal 20-30 Minuten packen, dann schmerzt die Schulter und ich kann diesen Bericht hier weiterschreiben. Aktuell ist es nun 15 nach 21 Uhr. Mal schauen, wie lange ich noch brauch.

T- 5d

Heute morgen wollte mein Körper nicht so, wie der Wecker das wollte. Daher habe ich den heutigen Tag zwar eine Stunde später gestartet, aber nicht ohne meine tägliche Runde zu laufen. Nach dem gestrigen Lauf zum Schwimmbad und den 25 Bahnen dachte ich, ich hätte heute etwas Muskelkater. Zumal ich ja abends noch mit ein paar Möbel gekämpft hatte. Doch das Bewegungsvolumen war gut gewählt.

Umzugstechnisch lief heute nicht sonderlich viel. Hatte heute Vormittag noch einen Termin bei der Agentur für Arbeit, bei dem man mir nichts Neues sagen konnte, mir aber 1,5h zur Vormittagszeit rauben konnte. Da in der Mittagsruhe hier nichts gemacht werden kann, konnte der Keller, der heute dran war, erst nachmittags ausgemistet werden. Das ging schneller als gedacht.

Da ich noch viel Zeit hatte, die ich aber nicht ungenutzt verstreichen lassen wollte, machte ich mich schon einmal an meinen Uschischrank. DAS nahm dann etwas mehr Zeit in Anspruch, wie ich gedacht habe. Dafür ist er anständig ausgemistet und einige Fächer nicht mehr so doll überlagert. Zerlegen werde ich ihn allerdings erst morgen.

Toni ist noch immer ganz der ruhige Umzugsprofi und verschläft die Tage auf dem Balkon, abends möchte er dann noch am PC etwas mit mir schmusen. Arne hingegen läßt mich nicht einen Schritt ohne ihn machen. Am Liebsten wäre er auch beim Keller aufräumen dabei gewesen, doch das ging ja nicht. Dafür ist er beim Uschischrank aufräumen vor Neugier fast geplatzt und schläft nun.

T – 6d

Ja, es sind doch tatsächlich nur noch 6 Tage, bis ich die die Möbelpacker im Haus habe und sie unser Hab und Gut in einen LKW laden. Inzwischen greift das Chaos auf alle Räume zu, überall stehen Kisten und auseinandergebaute Möbel, außer mein PC. Der weigert sich standhaft und hat die besseren Argumente, erst am Abend vorher in einer Kiste zu verschwinden.

Vorher habe ich gedacht, es werden vielleicht ein zwei Schmetterlinge sein, die sich in meinen Bauch verirren. Weit gefehlt, ich möchte wirklich wissen, wer nachts mich mit Raupen füttert, eine Menge Raupen!

Ansonsten ist soweit vieles schon verpackt und zerkleinert. Die Küche und das Schlafzimmer sind erst am Donnerstag und Freitag dran.

Heute waren endlich das Highboard im Wohnzimmer und das Regal im Flur dran. Ich melde gehorsam: beides ausgeräumt und auseinandergebaut. Morgen möchte mich ja noch einmal unbedingt meine Beraterin der Agentur für Arbeit sehen, sicher um sich von mir zu verabschieden. Ich habe heute Morgen auch extra dafür ein paar kleine Törtchen gekauft, Kaffee wird sie ja wohl da haben.

Arne und Toni nehmen den Umzug sehr gelassen. Toni, der Umzugsprofi verbringt bei dem Wetter die meiste Zeit auf dem Balkon in der Sonne und wartet, bis ich eine Pause mache. Dann kommt er kuscheln. Arne ist mein KartonInspektor, schließlich könnten sie ja reißen. Abends ist er dann immer so müde, dass er entweder auf einem auseinandergebauten Möbelstück, wie die Eckbank oder in einer Kiste schläft.

Auch ich husche nun ins Bett, denn morgen ist der Keller dran. Ich freu mich #not!

3 Gedanken zu „Umzug!

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