Servicewüste Dessau

Wie ich ja bereits hier erzählt habe, ist noch immer nicht überall das Licht des Servicegedankens in Dunkeldeutschland angekommen. Was ich allerdings heute erlebte hatte, ließ mich an meinem Verstand zweifeln.

Seit ca. einem halbem Jahr gehe ich regelmäßig schwimmen und seit einem halbem Jahr rege ich mich über dieses Flatterfleisch auf, die eine halbe Bahn in Rudel schwimmen und dann sich an den Rand „stellen“ und quatschen. Denn dieser Haufen Flatterfleisch besteht zu 99,7% aus männlichen Schwimmern. Heute allerdings haben die Senioren der Schöpfung es übertrieben, sie blockierten mit ihrem Gequassel zwei Bahnen, bzw. die Bande von zwei Bahnen. Das Becken war bereits voll genug und so rudelte das Flatterfleisch zwei Bahnen voll.

Jeder der von euch schwimmen geht, kennt mit Sicherheit diese Qual, mitten im Wasser wenden zu müssen. Wenn wir mal davon abgesehen, dass einem dann der Schwung des Randes fehlt.

Das Ende vom Lied war, dass mir das Schwimmerbecken bereits nach 5 Bahnen zu voll war und ich die Flucht nach vorne machte, zurück unter die Dusche, in die Kabine und ab nach Hause. Ja, ich gebe zu, ich war durch meinen Urlaub vom Weselaner Schwimmbad verwöhnt. Günstigere Preise, längerer Aufenthalt & ganz anderes Ambiente fand ich dort vor, vom Fehlen des Schimmels in den Sammelumkleiden ganz zu schweigen. Klar, am Vormittag war auch dort viel los, auch dort waren ziemlich viele Rentner vertreten. Wer auch sonst hat freitags Zeit, schwimmen zu gehen? ;-)

Allerdings konnte ich nicht so einfach ein halbes Jahr abschütteln und suchte das Gespräch der Bademeister. Gut, man mußte Glück haben, dass die richtigen Leute anwesend sind. Leider war heute so gar nicht mein Tag, der „richtige“ Bademeister war nicht anwesend. Aber ich fragte trotzdem frech, ob die Südschwimmhalle ein Schwimmbad oder ein Quatschbad sei. Schließlich würde ich als Frau ungern in eine Horde Männer schwimmen und dort betteln, dass ich den Rand nutzen darf. Kaum hatte ich meine Frage gestellt, bekam ich Wind von vorn, dass ich meinen Badeanzug nicht mehr auswringen mußte. Ich sollte mich nicht so anstellen, dies sei ein öffentliches Bad und man könnte den Leuten nicht vorschreiben, wo sie sich zu unterhalten haben. Weiter sei DAS kein volles Bad, ich hätte am Freitag anwesend sein sollen, DAS war voll. Die übliche Art und Weise also, mit einer Frage um zu gehen, auf die man keine Antwort wußte. Anstelle eines „Tut uns leid, es ist leider so“ wurde ich mit Vorwürfe ohne Ende überschüttet.

Dies habe ich mir nicht gefallen lassen, wollte ich doch nur eine Anmerkung machen. Ich habe mich auf meinem Absatz meiner Badeschlappen umgedreht und bin in die Dusche gegangen.

Doch was mache ich nun? Nehme ich für zwei Euro die Stunde diese miese Laune hin und schaue, wann es leerer ist? Schaue ich mir die Stadtschwimmhalle an, die 50% teurer ist und gehe dann dort schwimmen? Ich werde mir erst einmal die Nägel machen und Für & Wider abwiegen. Vielleicht werde ich auch eine Beschwerde an die Stadt schreiben, ich weiß es noch nicht. Was würdet ihr machen?

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