Ruhig Blut und locker bleiben – Teil XIV

Die Welt ist heute wieder in Ordnung, vorerst. Doch was war letzte Woche? Am 31.07.2015 habe ich schweren Herzens mein geliebtes Kleingewerbe abgemeldet. Zu Einnahmen generieren komme ich aktuell sowieso nicht. DAS war natürlich eine Information, die dem Jobcenter Abteilung Selbständige gerne hört bzw liest. Sie forderten natürlich sofort die Gewerbeabmeldung an. Nachdem es so warm war und ich befürchtete, dort oder auf dem Weg dorthin zu kolabieren, zog ich das Fax vor.

Es ging einige Zeit ins Land und ich hörte nichts vom Jobcenter. Mich machte es stutzig. Doch dann endlich, pünktlich zum Wochenende, hatte ich wieder Post im Briefkasten. Leider bekam ich die Post erst, als ich abends nach Hause kam. Und so erfuhr ich, dass ich bereits am Montag drauf einen Termin bei unserer ehemaligen Sachbearbeiterin haben werde. Ich wunderte mich eh schon lange, wieso mein Mann und ich unterschiedliche Sachbearbeiter bekommen haben. Nur um dann doch wieder von der alten Bearbeiterin abgefertigt zu werden.

Weiter fand ich das sehr eigenartig, dass ein Brief, der auf den 11. datiert war erst am 14. bei mir eintraf. Päckchen, die ich quer durch Deutschland schicke, brauchen einen Tag. Und ein Brief in der gleichen Stadt braucht vier Mal so lange? Und natürlich kann man am Freitagabend keinen Mitläufer für den darauf folgenden Montag mehr organisieren. Und wieso will sie schon wieder meine Gewerbeabmeldung haben, wenn sie doch über die Untersuchung vom medizinischen Dienst reden will? Mein Kopf lief Amok, manchmal im Vordergrund, häufig im Hintergrund. Immer wieder kamen in mir Horrorszenarien hoch, was alles passieren könnte.

Endlich war Montag, ich hatte sogar angenehm durch geschlafen, obwohl ich nicht zum schwimmen am Sonntag kam. Egal, erst wurde harmonisiert, gefrühstückt und dann zur Dame mit dem Redebedarf (meiner Therapeutin). Wir wollten mal etwas für mich Neues ausprobieren. Doch es klappte leider nicht. Ich stand zu sehr unter Strom. Also brachen wir ab und ich dackelte wütend über mich nach Hause.

Nachmittags hatte ich mich soweit beruhigt und auch die Worte meiner Therapeutin oO(von hier aus erst einmal vielen Dank. Ich bin weiß Gott nicht einfach und danke, dass sie trotzdem versucht haben, mich zu beruhigen) hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Die zusätzlichen Medikamente taten ihr übriges dazu, dass ich tiefenentspannt auf der Pritsche vor den Büros wartete. Als sie mit den Worten „Ich gehe mal eben Ihr Gutachten holen“ an mir vorbeiging, war mir klar: Das wird eine Zigarettenpause. Egal, IHREN Job wollte ich nie im Leben machen. Während ich weiter wartete, machte es den Anschein, als käme der nächste Termin schon dazu. Ich bekam das Protokoll überflogend vorgenuschelt. Also sie las es laut vor und wiederholte es noch einmal. Ich war so ruhig und in Watte gepackt, dass ich ganz vergessen hatte, davon eine Kopie zu verlangen.

Auf jeden Fall ist für mich das Thema Jobcenter Selbständige erst einmal zu Ende. Auf meine Akte wird quasi ein Deckel drauf gemacht und an das „normale“ Jobcenter abgegeben. Sogar der Amtsarzt hat dieses Mal Wort gehalten und mich für 6 Monate aus der Vermittlung raus genommen. Ich kann mich, abgesehen von einem Termin bei dem anderen Jobcenter voll und ganz auf meine Genesung konzentrieren.

Meine ehem. Sachbearbeiterin begrüßte sogar den Schritt, dass ich alleine zum Termin erschien. Sie war beeindruckt, dass ich es mir zutraute alleine zu kommen. Ich behielt es für mich, dass ich den Mitläufer beim letzten Termin eher zu ihrem Schutz, als zu meinem mitgenommen hatte. Und dann war da noch die Sache, dass sie sich wunderte, dass meine Gewerbeabmeldung gar nicht auf ihrem Tisch lag, wo sie ja auch offiziell nicht mein Ansprechpartner ist -.-

Ich werde noch eine Kopie des Befundes anfordern und mich dann auch wirklich an die Genesung machen. Es wird Zeit, dass ich vom Stromkabel wegkomme und mein Sachohr suche. SO kann es auf jeden Fall nicht weiter gehen! Ich halte euch auf dem Laufenden, liebste Grüße eure Chaosprinzessin.

Ein Gedanke zu „Ruhig Blut und locker bleiben – Teil XIV

  1. „Im fröhlichen Wahnsinn unseres Zeitalters,den Zauber finden“!?
    Wenigstens ein „kleiner Trost“,wegen 1/2 Jahres „Pause“!
    Alles GUTE,&,&,&.,
    p

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