Ruhig Blut und locker bleiben – Teil XII

Ich bin der Meinung, die Sache mit der ARGE/Jobcenter und @Kadecki wird noch eine richtig dicke Freundschaft. Nachdem sich unsere neue Sachbearbeitung nicht so ganz professionell verhalten hat und ich schon wieder drauf und dran war, eine Dienstaufsichtsbeschwerde zu schreiben, haben wir mal wieder eine neue Sachbearbeitung und zwar jeder für sich.

DAS ist schon wieder einmal so typisch Jobcenter: Eine Bedarfsgemeinschaft, in der nur der Antragssteller etwas darf und nicht der Mensch, der in der sogenannten Bedarfsgemeinschaft mit lebt, wird nun auf zwei Berater aufgeteilt. Wie viel Sinn macht DAS denn bitte? Wohin zum Beispiel sollte ich unseren Antrag auf ALG II schicken bzw. bei welchem Sachbearbeiter abgeben? Oder hat das gar nichts mit den Sachbearbeitern zu tun und es entscheidet letztendlich nur die Kostenstelle? Wir werden es nie erfahren, denn nach kleiner Meckerei bei unserer alten Sachbearbeiterin wurde das geändert und wir haben nun, zumindest auf dem Papier einen einheitlichen Sachbearbeiter. Warum nur auf dem Papier? Dazu später mehr.

Inzwischen geht es mir einigermaßen gut. Wenn ich mal gute Laune habe und lache, bekomme ich nicht direkt ein schlechtes Gewissen, denn O-Ton Gedankenkarusell: Ich darf als Depressive nicht glücklich sein. Dank meiner Therapie geht es in kleinen Schritten wieder bergauf. Und das kann ich auch prima gebrauchen, denn bei uns steht die Verlängerung des ALG II-Antrags an. Da ich, wir erinnern uns, zum Nebenerwerb in eine Kleinselbständigkeit „geraten“ bin, bin ich ja im Jobcenter für Jugendliche und Selbständige. Und dort wird nur ein halbes Jahr im Voraus genehmigt. Aufgrund meiner Kündigung der Umschulung wegen Krankheit bin ich da aktuell sehr froh drüber. Denn dort zahlte man mir für den Juni mein ALGI in Umschulung nicht nur nicht weiter, sondern fordert vom Mai noch Geld zurück, auch die Fahrtkosten. Meine Karte hat aber eine Kündigungsfrist von sechs Wochen zum Monatsende und läuft somit noch bis Ende August weiter. Ich hätte weinen können vor Sorge habe geweint vor Sorge, wie wir das alles finanziell packen sollen.

Sorge hin, Sorge her, die aktuelle Situation muss geregelt werden. Also hat mein Mann fix über das Webportal des Jobcenters einen Folgeantrag angefordert, der uns auch tatsächlich zugeschickt wurde. Das war der Sachbearbeiter, der nur kurz für ihn zuständig war. So gut es geht, haben wir gemeinsam den Antrag ausgefüllt. Vor allem die sogenannte Anlage EKS, quasi eine Prognose für die Einnahmen meines Nebenerwerbs, machte uns das kommende halbe Jahr Probleme. Denn nach Rücksprache mit meiner Therapeutin werde ich wohl noch das nächste halbe Jahr ausfallen. Also habe ich eine sogenannte Nullmeldung gemacht. Keine zwei Tage später habe ich alles beim Jobcenter abgegeben. Es sollte theo(do)retisch keine Probleme geben, sagte man mir am Schalter bei der Abgabe. Ich habe auf die Situation hingewiesen, dass ich für den Juni keine Einnahmen bekommen habe, weder ALG I in Umschulung, noch ALG II. Mein Mann bekam weniger als den Grundsatz, da man ja bei mir mit Einnahmen rechnete zum Zeitpunkt der Bewilligung. Stolz wie Oskar auf mich, da ich diesen Gang alleine geschafft hatte und vom Personal hinterm Schalter so viel Mut zugesprochen kam, ging ich nach Hause.

Keine fünf Wochentage später klingelte es auf meinem Handy. Da ich auf dem Sprung zur Therapeutin war, bat ich meinen Mann, ans Handy zugehen und er machte es. Doch es war die ehemalige Sachbearbeiterin die, wie wir uns erinnern, nur mit mir redet, da ich ja die Hauptverdienerin bin oO(So ein Bullshit, ich möchte jedes Mal im Strahl brechen, wenn ich an diesen Satz nur denke. Okay, es war die Antwort zur Frage, warum mein Mann unseren Antrag auf ALG II nicht ausgehändigt bekommt.) Sie teilte mir in ihrer unemphatischen Art und Weise auf direktem Wege mit, dass sie meine Nullmeldung nicht akzeptieren könne zur Bewilligung meines Antrages. Entweder müsse ich meinen Antrag ändern, dass ich Einnahmen habe oder ich müsse zum medizinischen Dienst des Jobcenters. Dieser solle dann bescheinigen, dass ich so lange nicht arbeitsfähig bin. Und bis das Okay vom medizinischen Dienst käme, würde ich kein Geld vom Jobcenter bekommen. Dass ich schon für Juni nichts bekommen habe, interessierte sie nicht. Im Jobcenter für Jugendliche/Selbständige laufe das nach ihren Aussagen etwas anders. Ich war fix und alle. Das Konto am Limit, die ersten Lastschriften gingen schon zurück und keine Aussicht auf Einkommen. Ich brach in Tränen aus und war froh, dass ich sofort zu meinem Termin mit meiner Therapeutin konnte.

Und hier geht es zur ersten Folge von „Ruhig Blut und locker bleiben“

Ein Gedanke zu „Ruhig Blut und locker bleiben – Teil XII

  1. Hallöchen!Bitte meinen „Solidarischen“ Text durchstöbern,bei „anderem“ Bericht“!Danke!
    „Solidarische“ Grüße,
    hp

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