Ruhig Blut und locker bleiben – Teil VIII

Ich habe heute für euch eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht zuerst: Es wird wohl keine neunte Folge „Ruhig Blut und locker bleiben“ geben. Ich habe heute mit Hilfe meines neuen Sachbearbeiters [nennen wir ihn Herr A.] dem Ganzen ein Ende gesetzt. Wieso? Dazu später mehr.

Jetzt erst aber erst einmal die gute Nachricht: Warum auch immer, ich komme mit meinem neuen Sachbearbeiter gut zurecht. Er hat eine ruhige sachliche Art und kann mir auch mal etwas sagen, was ich nicht so gerne höre. Er hat zwar auch zwischen seiner Kollegin und mir versucht, zu vermitteln. DAS allerdings habe ich konsequent abgeblockt, wollte ich vor der Türe lassen.

Ursprünglich wollte ich ja einen Antrag auf Rehabilitation stellen, damit ich meine Ausbildung/Umschulung/wieauchimmerdasdingheißt zur Steuerfachangestellte hier in Oberhausen machen kann. Denn dieser Beruf ist nicht sehr oft gefragt und nicht jeder Bildungsträger, der auch die Vorraussetzungen für einen Bildungsgutschein erfüllt, bietet eine Ausbildung/Umschulung/Whatever in diesem Beruf an. Das sind aktuell zwei Bildungsträger, einmal das BfW in Oberhausen und das SOWI in Essen.* Daher die ganze Diskussion mit der Agentur für Arbeit: Eine Ausbildung vor der Türe und Übergangsgeld während der Reha wird anders berechnet.

Doch was nutzt der Antrag auf Reha, wenn ich darauf noch ein halbes Jahr warten muss. Vielleicht sogar ein ganzes Jahr und dann auch noch ins ALG II abrutsche? Denn es ist vollkommen unklar, wer den Rehadingsda finanziert, das Land oder die Rentenkasse. In letztere habe ich noch nicht so viele Jahre eingezahlt. Das bedeutet noch länger eine finanzielle Belastung für unsere kleine Familienkasse. Und wofür? Dass ich anstelle von jetztigen 60 % dann 68% des Nettoarbeitsgeldes bekomme? Klar sind die 8% ein Unterschied, nur dann nicht mehr, wenn man in die nächste Stufe des Arbeitslosengeldes gerutscht ist. Am Ende würden wir nur draufzahlen. Von daher habe ich Herrn A. heute gebeten, mir den Antrag eines Bildungsgutscheines aus zu drucken. Das hat er auch gemacht.

Da mein Mann mal wieder Sehnsucht nach unserer Frau Doktor Zahnärztin hatte [ihm ist bei Frühstück etwas Abdruckmasse entgegen gekommen ;-)], waren wir noch kurz da, bevor ich in Essen angerufen habe. Da darf ich nämlich noch einen Termin machen und den Bildungsgutschein abgeben, damit ich auch wirklich angemeldet bin. DAS wiederum passiert morgen.

Damit ist die Sache genehmigt und der Termin zur Abgabe vom dazugehörigen Fragebogen ist im Januar schon ausgemacht mit Herrn A. Sowohl das psychologische Gutachten, als auch mein Mann sind der Meinung, dass ich die Ausbildung packe, mein Mann sogar trotz der Pendelei. Ich werde mich auf jeden Fall reinhängen. Es ist meine letzte Chance, aus der Helfer-Branche aus zu brechen und anständiges Gehalt nach Hause zu bringen. Trotzdem bin ich froh und bereue keine Entscheidung oder Beschwerde, keine!

*Für meine Leser außerhalb des Potts: Auf der Strecke in bzw. nach Essen gab es erhebliche Beeinträchtigungen, was den Zugverkehr angeht. Es kam zu Reisezeiten von bis zu einer Stunde und mehr auf einer Strecke, die sonst nicht einmal 20 Minuten dauerte.

 

Hier geht es zu Teil IX

Ein Gedanke zu „Ruhig Blut und locker bleiben – Teil VIII

  1. Viel Glück,auch in der „Hoffnung“,dass DU auch wirklich „anständiges“ Geld „nach hause bringen kannst“!Bei diesen „Drücker“ löhnen?
    „Die Hoffnung stirbt zuletzt“!

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