Ruhig Blut und locker bleiben – Teil V

Ja, es gibt wieder Neuigkeiten von der tiefen und innigen Freundschaft zwischen Frau B. und mir. Noch bevor ich dachte: „Hey super, am Donnerstag den Termin beim medizinischen Dienst und dann ist Weihnachten„, hat mir Frau B. ein Weihnachtsgeschenk schon jetzt gegeben. Ich darf an einer Maßnahme zur Aktivierung der beruflichen Eingliederung teilnehmen. Sie ist so nett! oO(Gibt es das auch für Sachbearbeiter der Agentur für Arbeit, die den subjektiven Eindruck machen, sie hätten ihren Beruf verfehlt? Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass sie sich das nicht ausgesucht hat. Hat sie mir ja so gesagt.)

Ich glaube, ich werde direkt mal die Vermittlungsvorschläge zu dieser Maßnahme mitnehmen, damit ich Unterstützung bekomme bei Bewerbungen auf Arbeitsplätze, deren Voraussetzungen ich nicht einmal im Ansatz erfülle. Immerhin kann sie mir dann eine zweite Maßnahme aufs Auge drücken, wenn ich dann zu Bewerbungsgesprächen eingeladen werde, aber nicht genommen werde, weil man sich für Leute entschieden hat „…deren Profil noch genauer unseren gewünschten Anforderungen entspricht“.

Was ich auch faszinierend über diese Maßnahme finde, ist die Tatsache, dass in dem Schreiben steht, dass ein Fernbleiben oder eine Mißachtung einer meiner dröfzig Pflichten eine Kürzung meines ALG II zur Folge hat, welches ich ja noch gar nicht bekomme. Also habe ich recherchiert und heraus gefunden, dass einerseits solch eine Maßnahme für Langzeitarbeitslose ist mit dem Ziel, sie wieder fit zu bekommen, anderer Seits ich das Feedback bekommen habe, dass es nicht selten ist, dass Arbeitslose, die noch ALG I bekommen, und das auch noch nicht lange, gern in so eine Maßnahme gesteckt werden. Ob DAS wirklich der ursprüngliche Sinn dieser Maßnahme entspricht? Und was ist wenn ich wirklich schwer vermittelbar bin? Muss ich das dann jedes Jahr mitmachen, nur damit ich aus der Statistik für Arbeitslose raus falle und diese geschönt wird? Bringe ich alleine die Statistik von Frau B. so dermaßen durcheinander, dass ich, nachdem ich mich nicht „…auf irgendwas anderes…“ beworben habe nun dazu eingeladen werde? Alles Fragen, auf die ich sicher keine Antwort bekomme.

Doch ich bin mir nicht sicher, dass ich die zwei Monate und ein paar Tage keine Ruhe vor meiner Sachbearbeiterin habe. Denn da ist ja noch die Beschwerde im Raum, die ich letzte Woche versendet habe. Heute zur Krönung des Abschlusses kam eine Antwort mit viel Blabla aus Nürnberg und die Tatsache, dass der Agentur für Arbeit in Nürnberg angeblich keine detaillierten Leistungs- und Vermittlungsunterlagen vorliegen und sie sich deshalb nicht dazu äußern können. Man leite das ganze nach Oberhausen weiter. Der schlimmste Satz des Schreibens allerdings lautet wie folgt:

… so kann ich Ihnen versichern, dass es den Mitarbeitern der Arbeitsverwaltung wichtig ist, dass sich die Kunden in der Agentur für Arbeit mit Ihren Anliegen angenommen fühlen und spüren, dass wir Ihnen Hilfe und Unterstützung geben wollen.

Habe ich gelacht, es war zwar ein verzweifeltes Lachen, aber ich habe gelacht, soll ja gesund sein. Ob sich der Mensch mein Schreiben überhaupt durchgelesen hat? Ich weiß es nicht und möchte es auch nie erfahren. DIESE Phrase könnten sie sich aber zukünftig sparen.

Immerhin heißt es dann wohl, dass ich von Oberhausen wieder einen Anruf bekomme, in dem ich als Lügnerin bezichtigt werde. Mal abgesehen davon, dass man auf andere Beschwerden von mir gar nicht eingegangen ist. Ich gehe davon aus, dass man den Brief dort nur anhand des Betreffs bearbeitet hat, wenn es überhaupt direkt in der Agentur bearbeitet wurde und so etwas nicht von einem außerhalb sitzendem Büro bearbeitet wird. Aber warten wir ab, ich werde euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Apropro Laufen, da wären wir beim dritten Thema. Ich hatte euch ja heute gebeten, Daumen für mich zu drücken. Der Grund war ein Termin beim medizinischen Dienst der Agentur für Arbeit. Das ganze Gespräch erspar ich euch, da es zu lang und zu emotional werden würde. Ich finde es nur immer wieder spannend, wie sich einige Menschen herausnehmen ein Leben zu beurteilen, zu dem sie den Menschen dazu gerade mal eine Stunde kennen. Und den ganzen Papierkram hätte auch auf dem Weg zur Arge wegkommen könne, hat eh keinen Sinn gemacht. Mir kam es so vor, als ob sich das Doktor von Obenherab [Name von der Kaddytion geändert] die Daten gar nicht angeschaut hat. Und wozu füllt man eigentlich diese ganzen Formulare zur Entbindung der Schweigepflicht aus, wenn die Ämter dann doch keine Infos von den Ärzten einholen? Und es gib da ja ein Projekt für junge Menschen bis 35 ohne abgeschlossene Ausbildung selbige machen zu können, dazu sollte ich doch einmal meine Sachbearbeiterin befragen. Ich bin fast vor Lachen vom Stuhl gefallen. Die Bitte Frau B. doch selbst zu kontaktieren und den Vorgang vom 2. Gespräch erzählend ist schlichtweg ignoriert worden. Außerdem sind sowieso ziemlich viele Fragen von mir nicht beantwortet worden.

Das Ergebnis des Gespräches war wie folgt: Ich bin körperlich gesund, laufe falsch für einen Trainigseffekt, gehöre in Therapie und wegen ein bisschen piepen im Ohr könnte ich doch den Job als CallCenterAgent theoretisch weiter machen. Als würde ich mir alle Diagnosen einbilden. Dafür habe ich nicht einmal die Frage gehört: „Wie geht es Ihnen?

Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass sich das Doktor von Obenherab den Titel in rythmisch Klatschen und Namen tanzen gemacht hat. Dieser Gedanke hat mich sehr erheitert und vor der Situation bewahrt, nicht ganz durch zu drehen. Man würde sich dann erst einmal die Sachen von den Ärzten einholen, obwohl das ja zieeeemlich lange dauern würde. oO(sicher, bis Sie den Text rausgeschickt haben, ist bestimmt schon Januar 2014)

Ich verstehe das Ganze nicht und dachte wirklich, dass das Arzt einfühlsamer ist, nachdem ich echt gute Erfahrungen beim Termin mit dem psychologischen Dienst gemacht habe. Und auch hier schleicht sich wieder das Gefühl ein, dass die Kassen der Arge leer sind und man mich am liebsten vermitteln möchte. Und dann findet man zufällig bei Google+ das hier und schnappt nach Luft. Mal schauen, wie lange ich noch ruhig bleiben kann, aber ich werde weiter kämpfen, für mich, meine Familie und unsere Zukunft, zur Not auch mit Hilfe eines Anwaltes.

 

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2 Gedanken zu „Ruhig Blut und locker bleiben – Teil V

  1. Macht mich fassungslos,hatte aber befürchtet,dass es „so“ kommen wird!
    Diese „unabhängigen“,!??,“Dottores“,stecken alle unter der „Agentur für Arbeit“ „Decke“!
    Und „Aufbegehren“,ja d a s „darf“ man schon gar nicht,nicht einmal in einem „demokratischen“ Staat!Oder „täusche“ ich mich?
    „Trotzdem“ weiterkämpfen,wenn möglich, mit einem Anwalt des „Vertrauens“!
    „Solidarische“ Grüße,“Old Sock Boy“ p

  2. Ich bin körperlich gesund, laufe falsch für einen Trainigseffekt, gehöre in Therapie und wegen ein bisschen piepen im Ohr könnte ich doch den Job als CallCenterAgent theoretisch weiter machen

    Ich bin gerade sprachlos und das bin ich selten. Wahrscheinlich hat der Typ nicht nur keine Ahnung, nein nein, vermutlich begründet er so eine entscheidung dann vor Gericht auch noch mit leeren Kassen, gestressten anderen Menschen vor dir und wenig Zeit, weil einziger Arzt und das so kurz vorm Jahresende.

    Wenn ich so mitverfolge, was du alles machst, um wieder arbeiten zu können bzw. endlich deine Umschulung / Reha machen zu dürfen und was die Arge im gleichen Atemzug unternimmt, um dir Steine in den Weg zu legen, dann könnte ich im Quadrat kotzen.

    Ich kann mich nur wiederholen, aber ich bin froh, dass ich nicht mehr für die BA / Arge arbeite. Ich könnte das nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren.

    Vielleicht hast’e ja Glück, dass deine Sachbearbeiterin noch beim Kacken vom Blitz getroffen wird, du eine neue und intelligentere zugewiesen bekommst und alles bis Ende des Jahres noch eine gute Wendung nimmt

    in den Arm nehm und drück

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