Regierungsreise Nr. 1 ~ Übernachtung mit Frühstück

Mit dem Wissen, am Folgetag wieder erscheinen zu dürfen, machte sich die Glitzerkönigsfamilie bettfein und verbrachte jeder für sich seine eigene Nacht in diesem rustikalem Hotel. Die Glitzerprinzessin für ihren Teil, zog es vor, nach der Abendhygiene wie ein Stein auf die Steinmatratze zu fallen und loszuschnorcheln. Natürlich ist es keinem leicht gefallen, auf den harten Betten mit einem Kissen aus Federklumpen zu übernachten, doch schaffte es das Prinzesschen recht gut. Ihrem Gatten, dem Glitzerprinzen gelang das nicht ganz so gut. Und so geisterte er bereits gegen 4:00 Uhr morgens durch das Hotelzimmer. Auch wenn die Prinzessin die Rotationen ihres Gatten nicht merkte, weil es getrennte Betten aneinander geschoben waren, so merkte sie doch, dass er gar nicht mehr neben ihr lag. Sie forderte ihn auf, sich doch einfach wieder ins Bett zu legen und die Flimmerkiste einzuschalten. Denn DAS war im Hause der Glitzerkönigsfamilie irgendwie bei allen ein gutes Einschlafmittel, hatte man keinen Kaffee oder Espresso zur Hand.

Als um 7:00 Uhr der Wecker der Glitzerprinzessin an ihrem Handgelenk vibrierte, schlief der Glitzerprinz wieder seelenruhig und flach. So hatte sie es leicht, ihn wach zu kraulen und für die gemeinsame Dusche zu begeistern. Leider kam unter der Dusche ein Dämpfer. Mal abgesehen davon, dass die Dusche sowieso wirkte, wie in der Zeit stehen beziehungsweise hängen geblieben zu sein, fehlten am Duschvorhand an jeder Seite ca. 15 cm. Und so war nichts mit gemeinsam duschen. Dafür konnte Sie schon das Zimmer etwas aufräumen, als Er duschte und Er den TV anständig einstellen, als Sie duschen ging.

Pünktlich um 9:00 Uhr klopfte es an der Türe und das Glitzerkönigspaar holte ihren Nachwuchs zum Frühstück ab. Kaum in der Lobby angekommen, begrüßte sie die Dame vom Vortag mit der gleichen aufgesetzten Freundlichkeit und wies ihnen den Weg mit einem Fingerzeig zum Frühstückssalon. Beim Eintreten fühlte sich die Glitzerprinzessin eher, als hätte sie eine Teestube betreten und es gäbe gleich Earl Grey und Gebäck. Doch das Hotel hatte von den Bewertungen aus dem Internet ein wenig was gelernt. Nach einigen negativen Bewertungen über die Spärlichkeit des Frühstücks fuhr man mit einigen Marmeladen, je vier verschiedene Wurst- und Käsesorten, sowie abgepackten Schmieraufstrich auf. Dann folgten Apfel- und Orangensaft, dicht gefolgt von Milch und dem dazugehörigen Müsli. Man ging auf den koffeinfreien Kaffeewunsch der Glitzerprinzessin genau so ein wie die Bitte vom Glitzerkönigsvater, eine Kanne mit Frischmilch für den Tisch zu bringen. Da konnte man schon mal drüber hinweg sehen, dass nach einer Stunde geöffnetem Frühstücksraum die eine oder andere Aufschnittsorte eine kleine Welle am dunkelnden Rand zeigte.

Immerhin verdarb sich keiner den Magen und nach dem Frühstück zogen sich alle kurz auf das Zimmer zurück, um sich für die Stadt fertig zu machen. Der erste Besuch in der Stadt war nur sehr kurz, zumindest für das Glitzerkönigspaar. Die Nacht auf den Steinbetten war nicht so erholsam, wie sie hofften. So zogen sie es vor, auf dem Zimmer sich etwas aus zu ruhen. Während das Prinzenpaar es genoß, durch die Stadt zu flanieren und zu bummeln. Sogar ein BioSupermarkt hatte Herford zu bieten, in dem sich das Prinzenpaar eine Cola und eine Packung Vanille-Mallows mitbrachte. Dies musste sie natürlich sofort twittern.

 

Dazu kauften sie noch ein paar Karten und zogen sich bei einem Bäcker zurück, selbige zu beschriften. Als Dankeschön wurde noch ein kleines Frühstücksbrettchen für das Königspaar gekauft. Man einigte sich dann, zurück ins Hotel zu gehen und dort noch etwas die Füße hoch zu legen, bis es zum Abendessen ging.

Die ganze Königsfamilie weigerte sich mit jeder Faser ihrer Körper, im hauseigenen Restaurant zu essen, war man ja am Vorabend doch recht schroff auf den Ruhetag hingewiesen worden. Zumal die Königsmutter sich die halbe Nacht den Kopf fast darüber zerbrach, wieso dieses 3-Sterne-Hotel teurere Zimmer hatte in renovierungsbedürftigen Zuständen, wie ein 4-Sterne-Hotel in einem Urlaubsort an der Küste. Sie würde sich sofort Zuhause informieren, was genau Sterne überhaupt aussagen, wie sie wann vergeben wurden und ob geprüft wurde, ob diese Standards überhaupt nach einiger Zeit auch noch gehalten wurden. Schnell war sich die Familie einig, man würde zum Abend im gleichen Restaurant essen, wie man es am Vorabend tat.

Kaum hatten sie das Restaurant betreten lächelte sie zwar eine andere Servicekraft, nicht aber unfreundlicher an, wie am Vortag. Mit einem ehrlich wirkendem Lächeln und der Speisekarte wurden sie freundlich empfangen. Da man ja nun den Weg zum Hotel kannte, wurde dieser Abend fröhlich und feuchtfröhlich zugleich. Da man an diesem Abend die einzigen Gäste im Restaurant waren, kam die Familie mit dem Kellner oO(Der doch einiges mehr machte,“nebenbei“) ins Gespräch und lernte noch einige Sachen über die Küche und Herford. Wieder ging man mit vollem Bauch zufrieden ins Hotel und sie beschlossen einstimmig, dass dieses Wochenende, trotz „komischem“ Hotel, ein sehr schönes Wochenende gewesen ist. Die Glitzerprinzessin fand es schade, dass es am nächsten Tag schon wieder nach Hause ging.

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