Quer durchs Land Ticket

Wir sind noch nicht einmal Zuhause und der Beitrag wird geschrieben. Ich möchte so früh wie möglich damit anfangen, das Erlebte nieder zu schreiben.

Begonnen hat alles mit Freitag. Es wäre passend für einen 13ten. Da ich am Vorabend nicht fix genug alles zusammen gepackt hatte, „durfte“ ich auf meinen Zombiekalypsenlauf verzichten. Ich hätte sonst keine 8h Schlaf abbekommen. Dabei war nicht einmal das Reisegepäck dabei, sondern nur mein Schulzeug. Dieses schnappte ich mir nach der Dusche, dem Frühstück und Farbe ins Gesicht werfen auch. Neue Fächer folgten alten und nach einem dritten Fach war der Feierabend zum Greifen nahe.

Voller Vorfreude schnappte ich mir wieder meinen Rucksack und eilte zum Essener Bahnhof, denn mein Alphatier und ich wollten wieder mal zur Familie fahren. Dieses Mal war seine dran, denn meine Schwiegermama hatte ihren Geburtstag & Renteneintritt zu feiern. Das hieß für uns: 550km (abzüglich Oberhausen – Essen) mit dem Zug überbrücken. Das Planungstier hatte alles organisiert, vom Gepäck über Verpflegung bis hin zur Reiseroute.

Leider machte uns das Wetter einen Strich durchs Letztgenannte. Es stürmte nämlich schon den ganzen Tag. Schon am Morgen pfiff der Wind gut durch die S-Bahn. Und er sorgte im Laufe des Tages dafür, dass einige Bäume abbrachen und auf die Gleise stürzten. Und so starteten wir in Essen schon mit einer Verspätung von 20 Minuten.

Doch damit nicht genug. Karma, das Arschlochkind, belud uns doppelt. Erst einmal war die Bahn so voll, dass wir stehen mussten. Es dauerte einige Zeit, bis sich der Zug soweit geleert hatte und wir uns setzen konnten. Nachdem wir einen schönen Vierersitz in Beschlag genommen und das Gepäck verstaut hatten, stiegen ein bis zwei Haltestellen später vier Eishokeyfans ein. Dieser Zustand alleine war vorkommen neutral. Allerdings waren selbige in einem alkoholigem. Sie brüllten, krakehlten, machten Krach, Letzteres ausdauernd und mit Unterstützung einer Trommel. Mein Tinitus freute sich, das kann man sich kaum vorstellen. Auch die Beschwerde einiger Fahrgäste wurde ignoriert. Es wurde nur kurz leiser, als ein Schaffner näher kam. Einer von den Palawaköppen fuhr nämlich schwarz. Doch der Schaffner, so vermute ich, lief unter der Kategorie Eunuch. Er hatte nämlich keine Eier in der Hose, den oberen Bereich des Abteils zu kontrollieren und sich so der Ruhestörung und Belästigung zu stellen. Kaum war der Eunuch ausser Sichtweite, wuchs der Laustärkepegel wieder auf sein Maximum.

Als die Situation zu eskalieren drohte, weil ein Fahrgast die Eishokeyfans anbrüllte und sogar mit kleinem Müll warf (nur nicht die, sondern mich traf), reichte es mir. Ich stand auf und suchte nach dem Eunuchenschaffner. Ich informierte meinen Mann per Hangouts über dieses Vorhaben, da ich ziemlich überstürzt nach dem Schaffner schauend losgegangen war. Dieser war aber nicht auf zu finden und auch nach Rücksprache mit anderen Fahrgästen schon eiiiinige Zeit nicht zu sehen.

Resigniert kehrte ich zu unserem Platz zurück. Es war ruhig geworden, jemand hatte wohl etwas deeskaliert. Es gab noch ein kurzes verbales Handgemenge, als der beleidigende Fahrgast eine Haltestelle eher Ausstieg und es natürlich provozierend den inzwischen stark alkoholisierten Fans mitteilte. Doch mein Mann und ich hatten andere Sorgen, denn durch die 20 Minuten Verspätung hatten wir unseren Anschlusszug in Minden gehörig verpasst. Uns kam das Schicksal zu Gute in Form eines IC-Schaffners. Diesen fragte ich nämlich, ob wir trotz QuerDurchsLandTicket mit- und sogar weiter fahren konnten. Dieser sagte ja und wir hüpften rein.

Erst ließ er uns warten, doch dann kam er kontrollieren. Während wir warteten, besprachen wir unsere weitere Taktik, denn selbst mit IC, der selbst auch so um die 20 Minuten Verspätung hatte  schafften wir unseren Anschluss in Hannover auch nicht. Also blieben wir erst einmal im Zug sitzen, beschlossen sogar vorerst, bis Magdeburg im IC zu bleiben. Da uns der Schaffner aber dann mitteilte, dass wir nachzahlen müssten, tauschten wir in Braunschweig den IC in einen RE. Der Halt in Magdeburg blieb aber. Er bescherte uns eine Aufwärmrunde in einer goldenen Möwe. Dann ging es nach Dessau weiter. Dort hatten wir theo(do)retisch einen zweistündigen Aufenthalt, ehe wir um 2 Uhr zum Endspurt ansetzen konnten. Doch mein Schwiegerpapa sammelte uns ein.

Der Tag und auch wir waren geschafft. Es wurde noch ein bisschen im Schwiegergehöft geplaudert und dann ins Bett gegangen.

An Schlaf war aber nicht zu denken, beziehungsweise nur kurz. Erst konnte ich nicht einschlafen und dann bin ich vor Aufregung viel zu früh wach geworden. Warum ich so aufgeregt war? Ja auch wegen der Feier um die Schwiegermama. Aber der Hauptgrund war ein Treffen mit der Herzuschi @Miezedeluxe87. Wir hatten uns ein halbes Jahr nicht gesehen. Würde sie sich stark verändert haben? Wie war wohl das Haus? All solche und ähnliche Fragen schossen mir beim warten durch den Kopf.

Da endlich! Die erlösende Nachricht:
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Ich warf mir die Jacke über, huschte in meine Schuhe und sprang auf die Straße. Sie ließ mich nicht lange warten, ihr Flitzer bog fast sofort in die Schwiegergehöftstraße ein. Ich stieg ein und war sofort glücklich. Sie war schöner, wie ich sie in Erinnerung hatte.

Wir hatten uns zwar für den DM verabredet, aber wir schauten noch beim Haus, Hund und Freund vorbei. Einen Fencheltee und etwas sachliche Diskussion später waren wir aber auch schon mit ihrem Auto auf der Autobahn in Richtung Mildensee unterwegs. Wir plapperten und stöberten, redeten und probierten, lästerten und packten ins Körbchen. Es war so herrlich, endlich wieder einmal Uschi zu sein. Zum Schluss waren wir noch im McGeiz, um unsere Accessoires aufzufüllen. Wir hatten also eine Menge Spaß, wie man am Beitragsbild sehen kann.

@Miezedeluxe87 & @dasKaddy im Kaufschrauch

@Miezedeluxe87 & @dasKaddy im Kaufschrauch

Die Zeit verging vieeeeeeeel zu schnell. Aber überglücklich wurde ich von ihr wieder am Schwiegergehöft abgesetzt. Dort trudelten auch nach und nach alle Gäste ein, nachdem wir uns die von Schwiegerapa gekochten Soljanka einverleibt hatten. Es wurde gut gegessen, viel getrunken und noch mehr diskutiert, bis in die Nacht.

Da der Freitag so lang und die Nacht doch recht kurz war, war es sehr einfach ein zu schlafen. Das Glas Rotwein half auch etwas dabei, das Piepen im Ohr vom Freitagslärm wurde einfach ignoriert.

Unsere kleinste Nichte machte mich sehr früh wach, auch sie hatte scheinbar die letzte Nacht nicht richtig geschlafen. Aber das machte nichts. Während mein Mann duschte, schaute ich im Wohnzimmer nach, wer noch so alles von der Kleinen geweckt wurde. Und ja, es waren natürlich alle.

Wir frühstückten noch und meine Schwiegermama brutzelte schon für uns das Mittag. Wir hatten uns dazu entschieden, das Mittag in einer Bahn ein zu nehmen, während meine Schwägerin mit Anhang noch etwas blieb. Für mich geht nur morgen bereits um 5 Uhr wieder der Wecker und es warten Paragraphen & Verordnungen. Wir aßen unser Schnitzel mit Nudelsalat in einem eiskalten Regionalexpress von Halle/Saale nach Kassel-Wilhelmshöhe (RE 4658). Auch ein Hinweis an den Schaffner half nichts. Er drehte zwar an der Heizung, aber warm wurde es nicht. Und natürlich war der Schaffner danach auch nicht mehr gesehen. Gibt es nur bestimmte Abschnitte, in denen Schaffner mitfahren und kontrollieren? Oder haben die eine Tardis mit der sie verschwinden? Werden sie von Chekov auf die Enterprise gebeamt? Ich habe keine Idee, aber diese Fragen werden mich nun ins Land der Träume begleiten, denn in 8h klingelt wieder mein Wecker. Ich bin vollkommen groggy, aber meine Uschibatterien sind mit 120% aufgeladen und ich danke @Miezedeluxe87 und meinen Schwiegereltern für ein wunderbares Wochenende. Natürlich auch meinem Mann, dass er das alles so toll organisiert hat, denn das kann er, 3 Daumen hoch. Und er wird sicher noch auf seinem Blog die ganze Geschichte aus seiner Sichtweise beschreiben, da bin ich mir ganz sicher!

Ein Gedanke zu „Quer durchs Land Ticket

  1. War eigentlich „fast“ alles mehr als Top!Mit „Ausnahme“des unbeheizten Zug-Abteils-!Und „d a s“ 2014!??Nun,die Schaffner werden auf bestimmten Zug Abschnitten,einfach „eingespart“!Die -DB- muss ja „sparen“!?!?

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