NEIN!

Das Wetter heute war milde gesagt zum erbrechen. Schon bei meiner Laufrunde hatte es bereits genieselt. Nach der Dusche und dem Frühstück ging der Niesel dann in einen anständigen Regenguss über. „Na prima!“ Dachte ich bei mir. „Warum auch immer ich heute Katzensand holen muss.“ Beim Blick auf den Altpapierkorb mit der leeren Katzensandtüte oben auf fiel mir der Grund schnell wieder ein und ich drängelte meinen Mann zur Eile. Den Weg mit Bollerwagen namens Anhang wollte ich heute nämlich nicht alleine machen, also darf er mit. Lederjacke an, meinen roten karierten Hut gegen den Regen auf und ab in den Keller, Anhang befreien.

Kaum waren wir wieder da und die Kleidung trocken, machten wir uns auch schon los in die Bücherei. Ich wollte mir, was man natürlich sehr viele dort bekommt, einige Bücher ausleihen und mein Hübscher hatte noch die DVDs von Silvester hier liegen. Diese wollten wieder zurück und die Leihgebühr bezahlt werden*.

Als wir uns auf dem Rückweg befanden, merkte ich nach einem Blick auf mein Handy, dass wieder so ein Frosch die Hausportale unseres Nachbarn und uns eingerissen hat und nur ein Resonator von hohem Level reingepackt hat. Diese Aktion ist bei meinem Mann und mir mit ArschlochReso benannt worden. Auch das hob meine Laune merklich, nach unten. Und einkaufen „wollten“ wir auch noch. Also rein in den neuen Netto und ab zu den Rentnern in die Gänge stellen. Zwei Wagen kommen kaum anständig aneinander vorbei, ohne nicht den einen oder anderen Meter aus den angrenzenden Regalen leer zu räumen.

Wir hatten es geschafft, nur noch die Kasse. Die war natürlich zur Feierabendzeit proppevoll und das war noch geschmeichelt. Immerhin finde ich es gut, dass dort alle Kassen zu Stoßzeiten besetzt werden. Und wir hatten das Glück an Kasse 1 zu stehen, sogar ziemlich zügig am Anfang. Der Kassierer [ist diese Bezeichnung überhaupt politisch oder arbeitsamtserfassungstechnisch korrekt? Wenn nicht möchte ich mich bei allen Kassierern entschuldigen, die ich bis jetzt so genannt habe.] wollte soeben loslegen als eine subjektiv wirkende verwirrte 50+Dame auf uns zukam. Das Alter haben mein Mann und ich gemeinschaftlich beim Post schreiben geschätzt, da ich alleine mit meinen Schätzungen ziemlich häufig ziemlich weit daneben liege. Sollten Sie das also lesen, Sie subjektiv verwirrt wirkende Dame, bitte nicht böse sein, wenn wir sie etwas älter oder jünger gemacht haben.

Was die Dame genau wollte, wollt ihr sicher wissen. Sie wollte vorgelassen werden von uns für Zigaretten. Doch damit hatte ich ein Problem. Nicht, weil ich seit ca 3,2 Jahren Exraucher bin, sondern weil sie einfach von vorne kam. Hätte Sie sich jetzt von hinten durch die Schlange von ca 10-15 Leuten gefragt, hätte ich sie … nein ich hätte sie auch dann nicht vorgelassen. Also drehte ich mich zur Schlange um mit dem Gedanken, wenn alle „Ja“ sagen würden, darf sie zuerst zahlen. Doch schon mein Mann, der nur mit einem halben piependem Ohr [Ja, auch er  ist durch die jahrelange CallCenterAgent-Tätigkeit nun auch vom Tinnitus befallen] zuhörte, sagte Nein.

Also drehte ich mich zur Dame um, schüttelte den Kopf und sagte: „Nein, nicht bei uns. Wir sind Nichtraucher.“ Der Blick dieser Dame war herrlich, irritiert und sprachlos zugleich. Sie hielt es für einen Scherz und wollte es nicht fassen. Beim Weggehen prömmelte sie noch etwas wie „ich werde nun nicht weniger rauchen!“ Was mir vollkommen Schnuppe war, da es ja IHRE Gesundheit war. Von ihrem Raucherhusten auf die Gesundheit ihrer Lunge zu schließen, wäre zu anmaßend, aber gut sieht es um selbige nicht besonders aus. Der Kassierer [?] amüsierte sich wie Wolle über unsere Entscheidung. Ich hoffe für ihn, dass er noch einen stressarmen Tag und schnell Feierabend hatte.

Kaum hatten wir den Einkauf verstaut und den Supermarkt verlassen, fragte mich mein Mann: „Was wollte die Dame eigentlich von Dir? Ich habe nur ‚rauchen‘ verstanden und war dagegen. Aber wogegen eigentlich?“ Nicht ganz ohne Schadenfreude erzählte ich ihm, was sie wollte und wir beide liefen lachend nach Hause. Während wir die Portale um unseren Häuserblock noch wieder blau machten, erwähnte mein Mann noch nebenbei, dass ich ganz schön herrlich gehässig sein kann. Dabei wollte ich doch nur nicht andere Menschen bevormunden. Jaja, so ist das, machste einem scheinbar was Recht, ist es moralisch nicht ganz so richtig. Oder wie hättet ihr entschieden?

 

*Ja, in der Hauptbibliothek hier in Oberhausen zahlt man für das Ausleihen einiger Medien eine Leihgebühr. Ich finde das auch gut so, denn günstiger wie eine Videothek ist es dropsdem allemal.

Ein Gedanke zu „NEIN!

  1. Es gibt kein schlechtes Wetter,nur schlechte Bekleidung.Ich,- „Old Sock Boy“-, bewege meinen „A….“ täglich „kräftig“ mit dem Rad’l „auffi“,über den Berg!
    Und!Der nächste Frühling,(„Lenz“),kommt bestimmt!
    &:Heute beim joggen mit einer Frau „geflirtet“.Danach sind wir beide „schnell“ weiter gelaufen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.