Nachbarn & andere Feindschaften … erm … Feinheiten

Hallöchen …

… kennst Du auch diese Päärchen, die zwar gemeinsam einkaufen gehen, aber nur einer die Arbeit macht? Meist ist das sie, weil er sich die Eier schaukelt oder diskutiert, was man [meist ist sie damit gemeint] mal wieder kochen kann. Du hasst solche Päärchen? Dann brauchst Du nicht weiterlesen. Doch interessieren sie Dich auch so, dann darfst Du gerne weiterlesen. Wenn Du diese Päärchen nicht magst, kannst Du weiterlesen, aber sage später nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt. Aber ich fang mittendrin an. Also macht mal Platz, damit ich ausholen kann.

 

… wie man sicher mitbekommen hat, sind mein Mann und ich endlich in eine andere und vor allem warme Wohnung gezogen. Diesmal haben wir uns auch keinen privaten Vermieter gesucht, sondern sind zu einer Genossenschaft gegangen. Gehen wir mal naiver Weise davon aus, dass die Reaktionszeit, wenn etwas schlimmes passiert und wir was merken um einiges schneller ist als bei der alten Vermietung.

 

… nicht nur ich, als Wahlossi [vergesst hier mal das h … hrrrhrrr], sondern auch mein Mann kommen nicht gebührtig aus Dessau. Und so dachten wir, dass es eine klasse Idee ist, ans andere Ende der Stadt zu ziehen. So hat sich nämlich nicht nur unser Weg von & zur Arbeit geändert [es sind jetzt nicht mehr all zu viele Imbissbuden auf dem Weg, Hüftgold sei Dank] , sondern auch unsere Möglichkeiten zum Einkaufen. Und so fing das Debakel an.

 

… wohntechnisch hat sich meine Familie verbessert, das steht außer Frage. Aber mit den Nachbarn hat man so seine Sorgen. Entweder sieht man keinen oder sie stehen im Pulk vor der Haustüre und diskutieren die Krankheiten abwesender Nachbarn, das typische Verhalten eben. Wobei ich aktuell sehr ungern das Wort Nachbarn benutze. Mir ist das Wort Zombie lieber, Nachbarn haben nämlich Puls. Diese Gattung hat maximal schon nen Zettel am Zeh, aber ich schweife ab.

 

… bei uns direkt in der Nähe, also 50m Luftlinie haben wir eine Einkaufsmöglichkeit einer großen Supermarktkette mit 4 Buchstaben. Ob es nun XIDL oder XLUS ist, dürft ihr euch aussuchen. Und beim Einkaufen habe ich die Hosen an, auch im Rock! Ich zahle den Einkauf [ist eben finanztechnisch bei uns so geregelt, also ist es mein Recht, den Einkaufswagen zu schieben, die Sachen aufs Band zu schieben und die Taschen zu packen. Und keine [zensiert]e Emanze hat das Recht, mir dieses Privileg zu nehmen, in dem sie meinen Mann mit diesem typisch abfälligen „Macho!“Blick anstarrt und mir ein mitleidsvolles Lächeln entgegenwirft. Das kann sie beides für sich behalten.

 

… aufgrund der Tatsache, dass wir aktuell beide arbeitsunfähig geschrieben sind, ergibt es sich aus der Not heraus, dass ich in letzter Zeit alleine einkaufen gehe. Bei einem dieser Einkäufe kam doch tatsächlich eine solche Dame mit Ehemann im Schlepptau auf mich zu und gratulierte mir, dass ich mich wohl von meinem Pascha getrennt habe. Wenn ich Unterstützung, seelisches Schulterklopfen oder eine Schulter zum Ausweinen bräuchte, kann ich gern ihre Telefonnummer haben. Ich dachte ich bekomm einen Herzinfakt. Wie kann man nur so dreist sein [darin sind ferne Nachbarn hier seehr gut] ??? Ich wollte sie erst dumm stehen lassen, ließ mich dann aber dazu herab, ihr zu erklären, dass ich bei solch einem Wetter [es regnete und war echt diesig] meinen Mann nicht vor die Tür zerrte, wie ein Dackel, der seine Runde gehen muß. Ich bin emanzipiert genug, dass ich mir das Einkaufen selber & selbständig zutraue. Und sollte sie nochmal über meine Ehe urteilen zu wollen & mir das Ergebnis mitteilen, werde ich meine gute Kinderstube vergessen.

 

… okay, es war nicht fair, dieser Dame meinen gesamten Frust über diese mitleidigen Blicke an mich und die hasserfüllten Blicke für meinen Mann abzuladen, aber wann ist das Leben mal fair? Sie begang eben den Fehler, sich einzumischen. Doch Misstress Unfehlbar verstand gar nicht was ich meinte und plusterte sich auf, dass ich sofort an eine Henne denken mußte. Ihr Mann, der bis dahin artig hinter ihr herging, bekam sich nicht mehr ein & lachte aus vollem Hals. Na gut, nur kurz, weil er einen sehr bösen Blick von seiner Frau zugeworfen bekam. Dieser Vorfall passierte nur einmal. Inzwischen ist es so, dass sie weitergeht und ich mich mit Herrn Unfehlbar unterhalte, was so das Wetter und der Mann macht.

 

… und da mein Herzkönig sich aktuell einen Schnäuzer für mich wachsen läßt, der aber noch nicht so komplett ist, mußte er heute nicht mit einkaufen. Wenn man so einen Schnäuzer nämlich erstmal formt & dafür einen 3-Tage-Bart hat, wirkt das ein bischen dünn. Natürlich traf ich auch heute wieder auf Familie Unfehlbar.

 

Er:[nach der üblichen Begrüßungsfloskel mit der Feiernachfrage und so] „Darf er heute wieder Zuhause bleiben?

Ich: „Jau, er hat Schnäuzer.“

Sie: [wie immer nicht zugehört] „Oh wirklich das tut mir leid [Das wurde von ihm und mir geflissendlich ignoriert]

Er: „OH [seine Augen leuchteten, die 80er müssen wohl voll seine Jahre gewesen sein. Wahrscheinlich hat Miss Unfehlbar da noch gezeigt, dass er die Hosen anhat.] So richtig mit allem?“

Ich: „Nein, erst seit 3 Tage.“

Er: „Oh, da heißt es durchhalten. So nach mind. 6 Tagen fängt es an, gut auszusehen. Dann bestellen Sie mal schöne Grüße und rutschen sie gut rein.“

 

… manchmal habe ich das Gefühl, dass Mister Unfehlbar einer der wenigen ist, der sich in Wertvorstellungen mit mir gleicht, mal abgesehen von meinem Herzkönig. Oder vielleicht passt eine kinderlose End-20-er Familie einfach nicht in einen Rentnerblock. Wie dem auch sei, ich halte euch auf dem Laufendem, sowohl was Familie Unfehlbar als auch Mister Schnäuzer angeht.

 

in diesem Sinne

eure Kaddy

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.