Misstrauen

Alles fing damit an, dass mich ein guter Kollege und sehr aufmerksamer Freund auf den YouTubeKanal von Koch Dich türkisch aufmerksam machte. Das ist zwar schon etwas her, aber ich schaute immer mal wieder rein. Nun habe ich vor kurzer Zeit entdeckt, dass sie nicht nur ein Kochbuch heraus gebracht haben, sondern auch eine eigene Homepage haben. Die Homepage habe ich natürlich eher schon bemerkt, doch nicht folgendes: Dort haben sie eine schöne und vor allem sehr übersichtliche Liste der Rezepte, die sie bereits vorgestellt haben.

Dort bin ich vor allem über das Rezept für türkischen Bulgursalat gestolpert. Was war ich überglücklich, als ich einen fertigen Salat in der Kühltheke des ansässigen Aldis gefunden habe. Um so enttäuschter war ich, als ich ihn gegessen habe. Ich merkte nur die Körner, also den Bulgur, und Schärfe. Es war nicht einmal angenehm scharf. Aber ich wäre ja nicht Kaddy, würde ich mich nicht selber daran trauen.

Auch wenn es in meinem aktuellem Wohnort nicht so ganz multikulturell zugeht, machte ich mich mit meinem Einkaufszettel auf die Suche nach Zutaten. Vor allem Salça kristallisierte sich als ein Problem eine besondere Herausforderung heraus. Von verwirrten Blicken, bis hin zu „Können Sie das noch einmal wiederholen?“ bis hin zu sehr grenzwertigen Aussagen, die ich hier nicht wiedergeben möchte, war alles an Reaktionen dabei, was man sich nur vorstellen kann.

Sehr gerne würde ich mich an einem freien Tag in einen Zug setzen, zum Kollegen fahren, der diese Miesere angezettelt hat, und ihn bitten, mir zu zeigen, wo es diese Zutaten gibt. Nur wenn es aktuell eins ist, was Familie @Kadecki nicht hat, dann ist das Geld für solche Reisen, so gern ich fahren würde.

Nun kommt mir auch nicht mit Onlinebestellungen. So wirklich fündig bin ich nicht geworden. Aber ich dachte, mir käme der Zufall entgegen in Form einer Familie, die keine deutsche Sprache sprach. Ich richtete mich also meine Worte an die Familie und fragte, ob sie türkischer Abstammung sei und, wenn das stimmt, ob sie mir verraten würden, wo man hier unterschiedliche Zutaten kaufen könnte. Die Antwort musste ich erst einmal ein paar Tage sacken lassen. Ich weiß sie nicht mehr genau, kann sie nur inhaltlich wiedergeben: Die Adresse von seinem Kollegen, wo sie diese Sachen kaufen würden, würde er nicht verraten, damit der Laden nicht wieder nachts überfallen wird. Ja, ich war baff. Dass ich in eine nicht so freundliche Stadt gezogen war, war mir schnell bewusst geworden, aber solch eine Reaktion auf eine Frage habe ich noch nie erlebt.

P.S.: Ich habe bewußt auf Beitragsbilder oder anderes verzichtet, denn ich wollte nur den reinen Vorfall schildern & wüßte auch nicht, wie dazu ein Bild aussehen sollte.

Ein Gedanke zu „Misstrauen

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