Mal eben …

Diese zwei Worte der Überschrift werde ich wohl komplett aus meinem Wortschatz streichen. Es hat bis jetzt schon nicht geklappt, wenn @Miezedeluxe87 und ich ins RatCe, DessauCenter oder in den dessauischen Pfennigpfeifer eingefallen sind. Aus „mal eben“ sind dann mind. die komplette Pause oder sogar 2-5h geworden.

Diese Tradition hat es sogar irgendwie in die Kisten mit nach Oberhausen geschafft. Gestern hatte ich nämlich wieder so eine „Mal eben“ Idee. Dazu dürft ihr wissen, dass mein Mann noch ein paar Sachen bei meinen Eltern hat. Und so kam ich eben auf die Idee, diese heute „mal eben“ ab zu holen. Er hat ja dieses Ticket 2ooo, welches ihm nach 19 Uhr erlaubt, eine Person mit zu nehmen. Und so sind wir um 19 Uhr zum Bahnhof getigert [ich wollte eh noch nach ein paar IngressPortale schauen]. Die Hinfahrt war unspektakulär, auch der Weg zu meinen Eltern. Es wurde ein bisschen gequatscht und nachdem wir meinen Vater lang genug aufgehalten hatten, machten wir uns auf den Heimweg [die haben doch tatsächlich in Wesel kein Portal in der Nähe des Bahnhofes! Auch nicht auf dem Weg dahin.]

Das Gleis 2 hatte noch Besuch von einem Güterzug und die neutral freundliche Frauenstimme vom Band informierte uns, dass der Zug nach Oberhausen ausnahmsweise von Gleis 3 abfahren würde. Auch schöpften mein Mann und ich noch keinen Verdacht, als zwei wichtig aussehende Mitarbeiter der Deutschen Bahn in Richtung Lok des einfahrenden Zuges liefen, ziemlich zügig sogar. Erst als wir einstiegen kam eine Durchsage von einem der scheinbar eben hektisch hingelaufenden Mitarbeiter, der uns darüber informierte, dass das Stellwerk zwischen Oberhausen Sterkrade und Oberhausen Hauptbahnhof ausgefallen sei und man noch keine Ahnung habe, wann es wieder funktionieren würde. Hätte man weitere Informationen, würde man diese uns mitteilen.

Na toll! Kein Akkupack mit und Portale waren auch nicht in der Nähe. So hätte ich mir die halbe Stunde prima vertreiben können. Nein nein, es kam noch schlimmer. Scheinbar beiläufig meinte Christian, dass wir froh sein können, vor 24 Uhr Zuhause zu sein. Besorgt lachte ich auf, das meinte er doch nicht Ernst! Vor allem, als sich nach 30 Minuten Warten endlich der Zug in Richtung Zuhause in Bewegung setze. „Was die Bahn nicht daran hindern soll, irgendwo zwischen zwei Bahnhöfen an zu halten, irgendwo im Nirgendwo“ war die Antwort von meinem Mann.

Auch das winkte ich ab. Ja, einer vom Zugpersonal teilte uns mit, dass die Technik nicht ganz wieder funktionieren würde. Aber hey, dachte ich mir, der Zug rollt ja immerhin. Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, blieben wir auch schon, wie mein Mann sagte, irgendwo im Nirgendwo stehen, um genau zu sein kurz vor Friedrichsfeld. Ich sah uns schon den Zug im Dunkeln wieder verlassen und blind durchs hohe Gras stolpern. Die Panik konnte sich noch nicht ganz auf ihren Höhepunkt kämpfen, schon rollte der Zug weiter, Friedrichsfeld wurde angefahren [für alle Nicht-Niederrheiner: Es ist der erste Halt nach Wesel].

Das Zugpersonal vom RE 91537 pflegte die frisch gewonnene Tradition, nach jedem Bahnhof erst einmal Halt irgendwo im Nirgendwo zu machen. Voerde fuhren wir noch an, dann hielten wir wieder. Diesmal war das Personal so freundlich, davon ab zu sehen, sich für das aufgebrachte Verständnis zu bedanken, nachdem er uns mitteilte, dieser Zug würde nur noch Dinslaken anfahren und dann dort enden. Entweder könnte man mit S-Bahn und Bus in Richtung Oberhausen fahren oder ca. 20 Minuten vor dem Dinslakener Bahnhof auf den soeben bestellten Schienenersatzverkehr in Richtung Duisburg warten.

Kurzer Kriegsrat wurde gehalten und mein Mann und ich entschlossen uns, die S-Bahnstrecke zu nehmen. Nachts durch Dinslaken bis nach Duisburg Duissern zu fahren hat schon etwas, es sind viele verwirrende Menschen [?] unterwegs. Im Vorort von Duisburg stiegen wir dann in den Bus ein und fuhren bis zur Haltestelle, die nur 2 Minuten Fussweg von unserer Wohnung liegt. Diesen Bus hatten wir, bis auf eine kurze Reisebegleitung für uns alleine.

Der Bus kam sogar sooo früh in Oberhausen an, dass wir noch beschlossen, die letzten 4% Akkukapazität meines Handys zu nutzen und statteten dem IngressPortal bei uns um die andere Ecke noch einen Besuch ab. Gegen Ende der Woche ist das Portal auch endlich nicht mehr grün 😉

Ach ja: Morgen werde ich für die Ziehung der Lottozahlen am Samstag einen Zettel mitnehmen und ihn von meinem Mann ausfüllen lassen. Mal schauen, ob seine kassandrischen Fähigkeiten Grenzen haben 😉

Ein Gedanke zu „Mal eben …

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