Kurzurlaub 2ter Teil – Probleme mit dem Raum-Zeit-Kontinuum

Nachdem wir den Hotelschlüssel abgeholt haben im Haus Erika sind mein Mann und ich sofort zu meinen Eltern gefahren, war das ein großes Hallo! Sowohl sie, als auch eine große Portion EndivienDurcheinander warteten bereits sehnsüchtig auf mich.

Und was war das für ein Hallo, als mein Bruder und meine SIS vorbeischauten, nachdem eine groooße Portion Endivien Durcheinander verputzt war. Die ganze Familie setzte sich ins Wohnzimmer hin und es wurde eifrig geplaudert. Doch die Fahrt bei mir und das Warten bei meinem Mann war wohl sehr anstrengend. Wir verabschiedeten uns sehr fix und machten uns auf ins Hotel. Dass dort die Betten nicht zusammen stehen, war für uns an diesem Abend gar kein Problem, wir schliefen beide ziemlich zügig ein.

So langsam, wie die Zugfahrt mir vorkam, so schnell ging die Nacht um. Und ich hatte ja einiges vor. Denn trotz Urlaub wollte ich auf meinen Sport nicht verzichten. Da ich auch die Badehose von meinem Hübschen eingepackt hatte, gingen wir also am Freitagmorgen schwimmen, im „alten“ Heubergbad. Dort habe ich die meiste Zeit meines nicht sehr geliebten Sportes an der Realschule Wesel-Mitte verbracht. Diesmal war es ganz anders, ich ging gerne hin und zog meine Bahnen.

Stolz wie Oskar, denn auch mein Mann hatte seine Leistungen verbessert im Gegensatz zum letzten Mal schwimmen gehen, machten wir uns auf ins Hotel. Doch da gab es eine nicht so schöne Überraschung: Wir kamen nicht in den Frühstücksraum. Da Hunger bekanntlich böse macht, tigerten wir wie zwei hungrige Löwen umher, bis mir schließlich die Idee des Frühstücks bei Bäckerei Simon’s am Friedrichsfelder Bahnhof kam. Das Frühstücksbuffet dort ist sehr zu empfehlen, 3 Daumen hoch. Das wußten wir aber vorher schon, waren wir doch letztes Jahr dort alle zusammen frühstücken.

Nachdem wir gut gestärkt waren, schwangen wir uns wieder in das Auto meiner Mama, sie hatte es uns für die Woche zur Verfügung gestellt, und machten uns auf den Weg zu meinen Großeltern. Es ist schon komisch, nicht nur Eltern, sondern auch Großeltern nur einmal im Jahr zu sehen. Sie altern dadurch quasi in Etappen und diese selbigen können manchmal sehr unterschiedlich sein. Doch dieses Jahr hatten wir Glück, die Großeltern waren gesundheitlich bei bester Verfassung und wir unterhielten uns eine ganze Weile. Leider saß uns die Zeit mal wieder im Nacken, denn wir mussten noch einmal zurück ins Hotel, uns umziehen. Mein Vater hatte an diesem Tag seinen Purzeltag und wir wollten gemeinsam Essen gehen. Also bei den Großeltern verabschieden, was gar nicht so einfach ist, und wieder ins Hotel. Dort fehlte mir ein bisschen mein Uschischrank und mein Badezimmer. Alles in allem war mein Mann aber mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Nur gut, dass ich vorher meinen Auftritt quasi auf der Arbeit geübt hatte. Hätte mich sonst tierisch blamiert.

Das Restaurant Dynasty am Rhein beeindruckte mich sehr, mein Mann kannte es schon von einem vorherigem Besuch. [Twitterer unter euch Lesern erinnern sich sicher, dass ich euch einiges in den Ohren gelegen habe, weil mein Mann zu seinen Schwiegereltern in den Urlaub gefahren war.] Es ist wirklich ein Highlight, sich die Speisen aus  Fleisch-, Fisch- und Gemüsesorten zusammen zu suchen und dann vor den Augen zubereitet zu bekommen. Dieser Abend war sehr schön und sehr sehr sehr sättigend. Das Buffet ist sehr reichhaltig, es gibt alles, von den Frühlingsrollen zur Vorspeise, bis hin zum Eis als Nachtisch. Als der Nachtisch vernichtet war, bemerkte ich traurig, dass es bereits Freitagabend war. Wieder ein Tag, der wie im Fluge verging.

Der Samstag wurde quasi sehr traditionell begonnen: mit einem Marktgang. Und was das für ein Markt ist, es gibt dort Fleisch- und Wurst-, Gemüse- und Obst-, Kräuter- und Gewürz-, Brot und Blumenstände. Und wenn man mit einem Urweselaner wie meinem Vater unterwegs ist, kann sich ein einfacher Wochenmarktbesuch schon mal in die Länge ziehen, denn man trifft so einige andere Urweselaner. Der Mittag und Nachmittag wurde ebenso traditionell bei meinen Eltern verbracht, man redete und sprach viel. In solchen Momenten vermisse ich die Nähe zu meinen Eltern sehr. Das Mittagessen für Sonntag wurde auch noch vorbereitet. Es sollte Sauerbraten geben, der schon eingelegt war und nur noch angebraten werden durfte & im Ofen brutzeln konnte. Das habe ich dann auch gemacht. Zwischendurch haben mein Mann und ich noch bei meinem Bruder vorbei geschaut. Dort wurde auch gefachsimpelt und ein paar Sachen besprochen, die die Eltern nicht unbedingt hören müssen.

Kaddy, dachte ich bei mir, der Sonntag hat sich immer in die Länge gezogen und das wird auch hier nicht anders sein. Angefangen hat er sehr gut, mit einem Frühstück am großen Tisch in der Küche bei meinen Eltern. Es gab Brötchen von Simons, Wurst, Käse und mein Bruder hätte, wenn jemand gewollte hätte, sogar Rührei gemacht. Doch er und mein Vater bestanden auf ein normal gekochtes Ei, welches sofort zubereitet wurde. Nach einem ausgiebigem Frühstück wurde noch etwas geplaudert und ich bereitete den Rest des Essens vor, Knödel & Rotkohl. Eine Portion des Fleisches wurde bereits am Vortag den Großeltern schon gebracht. So waren diese auch mit guten Speisen versorgt. Der Braten war mir so naja gelungen, mal davon abgesehen, dass ich ihn zum Essen fast vergessen hatte, auf zu wärmen. War mir das peinlich! Nur gut, dass meine Eltern ein Mikrowellengerät haben.

Montag klingelte wieder früh der Wecker, wir wollten wieder schwimmen gehen. Und dieses Mal schafften wir es sogar, dass wir pünktlich um 6 Uhr im Schwimmbad waren. Und  da nicht nur der Eintrittspreis pro Stunde günstiger war, sondern man auch mindestens zwei Stunden bezahlen musste, schaffte ich sogar meinen Kilometer zu schwimmen, das erste Mal. Euphorisiert wie Oskar ging es wieder zurück ins Hotel, wieder frühstücken, diesmal kamen wir rein. Im Hotel hielten wir uns noch ein bisschen auf, bevor wir uns auf den Weg zu den Großeltern machten. Ursprünglich hatten mein Bruder, die Lieblings-SIS, mein Mann und ich vor, danach zu einem HandtaschenOutlet zu fahren. Leider haben wir uns dort etwas festgequatscht und die Kommunikation zwischen den Paaren funktionierte nicht so, wie es sollte. So brachen mein Mann und ich auf nach Dinslaken, so ein bisschen zu shoppen. Dort gab es einen Nagellack und noch ein bisschen anderen Kram für mich. Kein Urlaub ohne Uschikrempel, gnihihi.

Abends im Hotel wurde ich wieder daran erinnert, dass es Mittwoch bereits zurück geht. Doch bevor es so weit war, hatten mein Mann und ich noch ein paar Termine zu erledigen, die wir Dienstagmorgen abarbeiteten. Ausnahmsweise wurde in einem Fastfood-Restaurant gegessen, aber nicht bei der güldenen Möwe. Der Nachmittag gehörte dann wieder ganz der Familie, denn wir schauten bei meinen Eltern vorbei. Zum späten Nachmittag riefen dann noch Bruder und SIS an, um evtl. den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Wir entschieden uns für Kino und den Film Das Schwergewicht. Ein Film, den ich jedem ans Herz legen kann, der auch schon andere Filme mit Kevin James gern gesehen hat. Und wir hatten einen Film mehr für unsere DVD-Wunsch-Liste. Aber auch dieser Film ging viel zu schnell um und der letzte Tag vom Urlaub am Niederrhein war zu Ende.

Meinem Mann und mir blieben nur noch 3 Sachen übrig:

  1. Ins Hotel fahren
  2. Die letzte Nacht am Niederrhein schlafen
  3. Koffer packen & das Zimmer verlassen.

Den letzten Punkt unserer ToDoListe taten wir Mittwochmorgen auch. Nach einem leckeren Frühstück im Hotel brachte unser Papa und Schwiegerpapa uns zum Bahnhof. Kaum war das Ticket bezahlt, saßen wir auch schon im Zug heimwärts, auf dem ich schon anfing, den ersten Beitrag zu schreiben. Und die Fahrt, mein Mann kam ja wieder mit nach Hause, dauerte auch nicht so Ewigkeiten, wie die Hinfahrt. Es passierte auch nichts aufregendes. Wir haben nur die Strecke über Bielefeld genommen. Schön, wie man eine Stadt erfinden kann …

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