Kaddy allein außer Haus

Jaha, es ist endlich mal wieder Anfang des Monats. Also ist es Zeit für den Flohmarkt in Rheinberg. Ich fieber inzwischen diesem Tag entgegen, seitdem wir das NES gefunden haben. Immer bereit ein Schnäppchen zu jagen

 

Doch dieses Mal hatte irgendwie keiner Lust, mit zu kommen:

  • Alphatier hatte mir die letzten beiden Male einen Riesengefallen getan und war mitgekommen. Doch dieses Mal konnte ich ihn nicht auch überzeugen, wieder mit zu kommen.
  • Bruderherz und Freundin hatten beschlossen, einen Regenerationstag einzulegen und auch Zuhause zu bleiben.

Doch ich hatte einen nicht leuchtenden „Glow in the Dark“-Lack auf meinem Uschischrank stehen, der mich bei jedem Anblick auszulachen schien. Also hatte ich gar keine andere Wahl und musste mich auf nach Rheinberg machen.

Ich und alleine unterwegs und dann noch mit der Bahn. Wir machten am Samstag mit der Familie zusammen noch Witze darüber, aber im Inneren hoffte ich, nicht in Düsseldorf oder wer weiß wo anzukommen. Gut, meine Phase, mich zu verfahren, hatte ich scheinbar in meiner Teenagerzeit hinter mir gelassen, aber man weiß ja nie.

Auch wenn ich mich prima vorbereitet hatte, indem ich mir meine Reiseroute ausdruckte und NICHT Zuhause liegen gelassen hatte, nervös war ich trotzdem. Ich bin zwar, zumindest bis zum Rheinberger Hauptbahnhof, die Strecke mit meinem Mann schon gefahren. Aber alleine fahren ist doch etwas anderes. Die Strecke von Oberhausen nach Duisburg war recht einfach, DIE bin ich schon eiiiinige Male alleine gefahren. Und natürlich gab es vor Reiseantritt einen Kaffee:

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Von Duisburg bis zum Rheinberger Bahnhof wurde es dann schon spannender. Der Zug wurde auch schon am Gleis ausgeschildert und kam wenige Minuten auch in den Bahnhof eingefahren. Sicherheitshalber fragte ich, ich hatte noch 10 Minuten, bis der Zug los fuhr, den Schaffner noch ein paar Mal, ob dies wirklich der Zug sei, der auch in Rheinberg halten würde.

Vollkommen aus dem Konzept gerissen wurde ich dann auch noch von einem jungen Mann, der nach eigenen Angaben seine PIN komplett vergessen habe und nun von mir 4 Glückszahlen haben wollte. Meine Antwort war einfach: „Nehmen sie 1002, das ist mein Hochzeitsdatum, bringt Ihnen auch sicherlich Glück.“ Doch da dackelte er schon weiter. Ich, vollkommen nervös und nach dem Schaffner Ausschau haltend, fragte mich, wieso er nun nicht die vier Zahlen eingegeben hatte. Diese Frage wurde am späten Nachmittag von meinem Mann mit einem schallenden Lachen beantwortet.

Doch das half mir in dem Moment nichts, denn als wäre das nicht alles genug, kam noch eine neue Person hinzu und fragte sich durch den Zug, wer ein Ticket habe auf dem man jemand anderen am Wochenende mitnehmen könne. Unschuldig wie ich bin, dachte ich natürlich er habe Frage dazu und bejahte diese Frage. Und prompt hatte ich bis Rheinberg einen Fahrbegleiter, quasi. Denn schon hinter der Türe vom Zug am Rheinberger Bahnhof beim Ausstieg trennten sich unsere Wege, worüber ich verdammt dankbar war. Er hatte sich während der Fahrt negativ über den Olgapark geäußert. Ich kenne den Park zwar nicht, aber ist in Oberhausen und Parks können nie schlecht sein, der Mensch macht ihn nur schlecht.

Doch daran dachte ich nicht weiter. Ich war nämlich voll damit beschäftigt, die Bushaltestelle Bahnhof zu suchen und dann auch noch an der richtigen Seite zu warten. Nur gut, dass die Seite der VRR oO(Sind die eigentlich auch bei Twitter vertreten?) auch die Richtung der Linie aufgezeigt hatte. Denn mit dieser Tatsache und der Uhrzeit, wann mein Bus theo(do)retisch fahren sollte, fand ich den richtigen Bus. Und ich stellte fest, es gab eine Haltestelle die sich Solvay nennt und ich würde todesmutig bis zu dieser Haltestelle fahren.

Es stellte sich sogar heraus, dass diese Haltestelle direkt am Platz lag, auf dem der Flohmarkt stattfand. Und wie ich es vorausgesagt hatte, ich traf um 10 Uhr am Flohmarkt ein. Einige der Verkäufer hatten ihre Stände noch gar nicht komplett aufgebaut und doch waren schon einige Menschen anwesend. Entweder lag es am guten Wetter oder weil ich alleine war, aber es kam mir so vor, als wären es bereits so viele Menschen, wie einen Monat zuvor aber eine Stunde später. Also sputete ich mich, und machte erst einmal meine Guckrunde mit Interesse heucheln, Preise erfragen und dann doch weitergehen.

Sobald diese Runde gelaufen war, ging ich zielstrebig auf den Nagelstand zu, meinen nicht leuchtenden Nagellack zu reklamieren. Ich stellte mich erst einmal dumm & fragte, wie der Nagellack leuchten würde, Tageslicht oder UV-Licht oder Schwarzlicht. Da merkte ich endlich, dass die Dame hinterm Stand keine Ahnung hatte, was sie da verkaufte, aber sie versicherte mir, dass dieser Lack leuchten würde im Dunkel. Dann zog ich meine Flasche Nagellack raus und sagte, dass dem nicht so sei, da ich im Vormonat bereits eine Flasche von dem Lack gekauft habe und er nicht leuchten würde, weder aufgeladen durch Tageslicht, noch durch Licht von Schreibtischlampen würden diesen Lack zum Leuchten bringen. IHRE Antwort war: „Tja Pech, steht aber drauf, dass er das macht.“ Ich holte tief Luft und wiederholte etwas lauter meine Beschwerde. DA endlich griff dann wohl der Besitzer des Standes ein und gab mir das Geld zurück, was  ich für den Lack gezahlt hatte. Ich war positiv überrascht und sagte ihm das auch. Die Frau ließ ich ab diesem Moment links liegen und führte das weitere Gespräch nur noch mit dem Herrn hinterm Stand. Ich war SO positiv überrascht, dass ich direkt das Geld in neuen Nagellack tauschte. Ich hoffe, dass dieser Lack eine bessere Deckung hat, wie der Leuchtelack. Aber meine Hoffnung ist gering, ich werde berichten ;-)

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Euphorisiert über den positiven Ausgang des Gespräches tigerte ich weiter. Ich war mir bis dahin noch nicht schlüssig, ob ich mir neue Laufschuhe gönnen sollte. Doch nun wollte ich sie, in mausgrau mit weißer Sohle und sie hatten sogar meine Größe recht schnell griffbereit. Schonungslos fing ich an, die Turnschuhe an zu probieren. Und sie passten, das freute mich noch mehr. Ich bin gespannt, wie es sich in diesen Schuhen laufen lässt, da sie eine dickere und gepolsterte Sohle haben. Ich halte euch auf dem Laufenden *Badum tzzz:-)

Ich schaute mich, glücklich mit Tüte und neuem Lack in den Händen, um, denn ich hatte noch ein Kleidungsstück auf meine ToDoListe. Doch ich erschrak, waren doch mehr und mehr Menschen auf den Platz gekommen. Ich schob mich noch ein letztes Mal über den Platz, Reihe für Reihe. Denn ich suchte eine Muk-Hose, die so schön pluderig ausschaut. Doch da mein Modeberater Alphatier nicht dabei war, war ich unschlüssig, ob ich mir wirklich so eine Hose zulegen sollte.

Ich ließ es schließlich sein und trollte mich in Richtung Haltestelle, damit ich zum Bahnhof kam. Was mir an dieser Stelle auffiel, war die Tatsache, dass ich zwar am Samstag nach einer Route hin zum Flohmarkt geschaut habe, aber den Rückweg vollkommen ignoriert hatte. Also schaute ich eben wann der Bus fährt: immer 6 Minuten nach der vollen Stunde. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass der Bus dieser Stunde seit 3 Minuten weg war. Ich hatte also die Wahl: Entweder fast eine Stunde warten oder den Heimweg antreten. Und so spuckte ich in die Hände und wanderte los. Bis dahin dachte ich, dass meine Turnschuhe nicht so die ideale Lösung gewesen sind. Aber mit hohen Schuhen hätte ich auf jeden Fall gewartet. Mir kam die Strecke nicht lang oder kurz vor und so schaute ich später Zuhause nach, wie viele km ich gelaufen bin. Und es waren … Trommelwirbel … 4,2km. Das sind exakt die Kilometer, die ich regelmäßig laufe.

Ich kam etwa 10 Minuten vor dem nächsten Bus am Bahnhof an. Von da an ging alles ziemlich schnell. Diese 10 Minuten mußte ich nämlich nur noch warten, dann traf mein Bus nach Duisburg ein. Der Anschlußzug nach Hause ließ etwas auf sich warten und so schaute ich mal wieder im Katjes-Laden vorbei, der bald dicht macht. Aus lauter Trauer kaufte ich noch extra eine große Tüte B-Ware, die zuuuufällig auch nochmals preisreduziert war :-D

Mein Alphatier ließ mir Zuhause gar keine Zeit, mich über Pendler aufzuregen, die Gänge blockierten, denn er hatte für mich gekocht und was soll ich sagen? Es war einfach nur lecker, genug Appetit hatte ich ja aus Rheinberg mitgebracht. Aber überzeugt euch selbst, sieht DAS nicht lecker aus?

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Fazit meiner kleinen aber feinen Reise allein aus dem Haus? Ich würde es wieder machen, denn es war einfach nur aufregend und spannend. Vielleicht kommt nächsten Monat mein Mann ja wieder mit und wir stoßen auf dem Markt auf meinen Bruder und seine Freundin :-)

2 Gedanken zu „Kaddy allein außer Haus

  1. Ich ein Buch schreiben? Dann bliebe mein Blog ja leer! Nein, das geht nicht . Aber vielleicht schaffe ich es ja mal iiirgendwann auf die Leipziger Buchmesse :-D

  2. Jeder Satz ein „Treffer“!Und zur „extra“ Krönung, auch noch vom „Alphatier“ so herrlich kulinarisch „verwöhnt“!
    So kann,“darf“ es weitergehen!
    Wann erscheint das erste Buch,also „zeitgerecht“ ,“vor“ der „Leipziger Buchmesse“?
    Bis „bald“,“Oldboy“ hp aus:“in Linz ad Donau beginnt’s“….

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