Es ist ja immer was

Seit ein paar Monaten habe ich endlich einen guten Weg gefunden, meinen inneren Schweinehund aus zu tricksen. Einfach nicht drüber nachdenken, sondern rein ins Laufzeug und loslausen. Denn bevor ich merke, dass ich nur wenig Lust zum Laufen habe, bin ich schon einige Meter von der Haustür entfernt. Soweit die gute Nachricht.

 

Doch in diese gleiche Haustür laufe ich auch wieder rein, wenn ich denn dann zu meiner Wohnung möchte. Und da die Kisten gefüllt und die Schränke abgebaut werden möchten, will ich das. Ich habe nur leider die Rechnung ohne die Nachbarn gemacht.

Nicht, dass sie die Türen verbarrikadieren oder etwas in der Art. Nein, die männlichen Nachbarn gehen exakt eine halbe Stunde, nachdem ich das Haus verlassen habe, auch aus dem Haus und bringen Müll und Altpapier weg. Dabei fällt in den letzten Tagen immer öfters ein Kompliment, auch vom Nachbarn Erdgeschoss, der anfangs gar nicht damit einverstanden war, dass ich meine weibliche Form verrate, seiner Meinung nach angetrieben durch Heike Klump und ihre Models. Inzwischen ist auch er der Meinung, dass meiner Figur die paar Pfunde weniger doch sehr schmeicheln würden.

Kaum habe ich die Herren und Haustür hinter mich gebracht, darf ich noch an deren Ehefrauen vorbei zu meiner Wohnung. Und da wird es kniffelig. Denn gab es vor der Türe noch Komplimente und Gekicher, gibt es vor der Wohnungstür von Frau Erdgeschoss nur noch Verachtung und giftige Blicke.

Gestern aber bekam ich eine Frage an den Kopf geschmissen, die mich erst einmal nachdenken ließe. Ich wurde gefragt, ob ich mannstolles Weib das mit Absicht mache, unredliche Fantasien in die Köpfe ihrer Männer zu setzen, weil ich schnaufend, hechelnd und verschwitzt an ihren vorbeigehen würde. Auch die Antwort, dass ich glücklich verheiratet sei und mich das Flatterfleisch ihrer Männer nicht im Ansatz interessiere, zähle nicht. Auch nicht die Tatsache, dass ich das nur alleine für mich mache und über die Reaktionen auf meine Umwelt nicht im Geringsten nachgedacht habe. Hoffen wir, dass die Situation sich nicht verschlimmert bis zum Umzug, über den ich sehr froh bin.

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