„Ich bin freundlich!“

Hallöchen Gäste, Geeks und Reisende…

… nachdem ich hier und da die Hälfe meines neuen Hausverbotes erzählt habe, hier nun die ganze Wahrheit.

… es fing alles so schön an. Extra früh habe ich mich aus dem Bett gequält, damit ich vom Tag noch was habe. So langsam muß ich ja mal wieder Alltag finden *aber dazu vielleicht später mehr*. Fix geduscht, dem Hübschen und mir Frühstück gemacht und dann ab in die Kleidung. Und genau, ich hatte wie immer nix zum Anziehen, aber der Schrank platzt aus allen Nähten.

… endlich ab nach draußen an die Frischluft. Einmal tief durchgeatmet und schon fing die Lunge an zu rebellieren und ich hustete die Schlaglöcher voll mit altem Teer. Ein paar Mal abgebogen und schon stand ich im Netto. Der Einkauf selber war kein großer Akt. Ich hatte zwar Toastbrot gekauft, doch die unsympatisch nicht lächelnde Backwarenfachverkäuferin schaute mich schon so an, als sagten ihre Gedanken: „Du willst jetzt nichts kaufen, denn dann müßte ich mal arbeiten.“ Und da änderte ihr „Ich bin freundlich!“-Button auf der Brust nichts, dass ich sie alles andere als freundlich empfand. Also machte ich mir Mut und ging mit großen Schritten auf den Stand zu.

… kein „Guten Morgen“ und auch kein „Was darf es heute sein?“ schalmeiete es mir entgegen, sondern es kam nur ein unfreundliches „Ja bitte?“ Es kam dann zu folgendem Dialog:

Ich:“Ein Weißbrot in Kastenform bitte geschnitten.“

Verkäuferin:“Gerne“ *rödelrums Maschine bedienen mit einer Miene, die die Unlust zeigt* „Darf es sonst noch was sein?“

Ich: *eigentlich gerne nach Hause wollend, aber so gerne provoziert* „Och ja, zwei Stücke gedeckten Apfelkuchen. Die sind sicherlich lecker“

Verkäuferin:*den Start der Konversation ignorierend einpacken* Sonst noch etwas? *krampfhaft versuchend den bedrohlichen Unterton zu unterdrücken*

Ich:“Ja, was kostet eigentlich ein Servicelächeln?“

… nu war vorbei mit der Übeltäterei. Jetzt hatte ich beim  genetische Zwillingslächeln von Merkel eine Schmerzgrenze erreicht. Wütend stampfte sie um die Theke herum und raste in das Supermarktgeschäftsleiterbüro. Beide kamen raus. Er verdrehte schon die Augen, als er mich sah, nahm mich freundschaftlich unter den Arm und geleitete mich nach draußen, ging rein, holte meinen Einkauf und knöfte mir noch 3,80 EUR für das Brotwerk ab. Danach meinte er noch bestimmt: „Bitte verlassen Sie nun unseren Laden. Wenn sie Ihre Freundlichkeit dem Servicepersonal gegenüber überdacht haben, dürfen Sie wiederkommen.“

… nicht, dass mich das Hausverbot stört. Schließlich habe ich schon in einer Kirche und in sämtlichen McDonalds-Filialen rund um meiner Geburtsstadt Lokalverbot. Mir geht es einfach nur um die Freundlichkeit.

… nun meine Frage an euch: Bin ich wirklich so spitzfindig, weil ich selbst in einem Serviceberuf arbeite? Oder ist es wirklich einfach nur zu viel verlangt, freundlich bedient zu werden? Vielleicht habe ich auch nur eine ganz andere Wahrnehmung der Dinge.

auf eure Reaktionen wartend verbleibe ich mit freundlichem Gruße

dasKaddy

Edit:

Es kamen viele Anfragen, ob das von mir nicht ein bischen agressiv reagiert ist. Theoretisch schon, praktisch nicht.  Ich arbeite selbst in einem Serviceberufe, in dem man von mir erwartet zwischen 9,5 und 11h lang freundlich lächelnd dazusitzen und JEDES Anliegen zu lösen. Es interessiert den Kunden nicht, ob ICH mal einen schlechten Tag habe. Erschwerend kommt hinzu, dass Kunden meine Freundlichkeit und Kompetenz bewerten dürfen/müssen/wie auch immer.

Und mal ehrlich, wenn IHR einkaufen geht, wollt ihr dann nicht auch immer freundlich und kompetent beraten werden? Euch ist dann doch auch egal, ob er/sie einen schlechten Tag hatte, Stress mit dem Freund/Mann/Frau/Wasauchimmer. Denn was kann der Gegenüber dafür, wenn einer schlechte Laune hat?  Denn DAS zu trennen setze ich als berufliche Professionalität vorraus. Und dabei ist es egal, ob ich eine Frau an der Kasse, die Beraterin im Schuhladen oder einfach nur eine Telefonistin bin.

3 Gedanken zu „„Ich bin freundlich!“

  1. Also es ist schon hart an der Grenze oder schon drüber! Du hättest es auch etwas anders formulieren können… als Bemerkung oder was weiß ich. Andererseits find ichs auch krass dass du gleich rausgeworfen wurdest o.0! Aber stell dir mal vor du müsstest da arbeiten? Wärst du dauerfreundlich? Und vllt. hatte die Dame nen schlechten Tag…. Wie gesagt: schon sehr hart an der Grenze – auch wenns großes Kino ist 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.