Hobbybremse

Es gibt nichts Schöneres, als sich am Ende eines harten Arbeitstages auf sein Hobby freuen. Wenn Stress und Verantwortung einen zu erdrücken scheinen, gibt der Gedanken ans Hobby einem Kraft.

Doch das schönste Hobby ist nichts ohne die Utensilien. Was macht ein Bogenschütze ohne Pfeile, geschweige denn ohne einen Bogen. Ein Schneider ist kein Schneider, wenn er kein Garn und keine Stoffe da hat. Was macht ein Rennfahrer ohne Gefährt?

Und so ergeht es mir aktuell. Mein Hobby ist das Kochen. Der eine oder andere wird sich wohl jetzt denken: Was hat sie denn? Die Mauer ist doch lange weg und Lebensmittelläden gibt es doch auch inzwischen im Osten. Da komme ich gleich zu.

Gern würde ich auf den hier ansässigen Wochenmarkt zugreifen. Nur dieser ist 2x mitten in der Woche zu unmöglichen Zeiten, dass man ihn nicht in Anspruch nehmen kann, leider. Doch selbst wenn man die Zeit dazu finden würde, besteht er aus fünf Kurzwarenstände, zwei Kleiderstände, einem Fischstand, einem Pferdemetzgerstand, bei dem man sich beschwert, wenn der Kunde etwas kaufen will und zwei ansässige Bauernstände. Die Qualität der dort zu verkaufenden Gemüse hat die Qualität der Lebensmittelläden hier vor Ort und ist oftmals teurer.

Ja, wir haben hier Lebensmittelläden, sehr viele sogar. Um den Schein zu wahren, vergeben wir ein paar Fantasienamen. Wer weiß schon, wer sich hinter Xidl, Xldi, Xetto, Xdeka oder Xaufxand verbirgt.

Hier in Dessau scheint es egal zu sein, wo man kauft. In jedem der hier ansässigen Supermärkte wird man leider über das Ohr gehauen. Ich kann für mich inzwischen sagen: Gemüse oder Obst im Sonderangebot mache einen Bogen drum. Wenn Du nicht Lust hast, es am selbem Abend direkt zu verarbeiten, schimmelt es Dir unter der Hand weg.

Als es am Anfang beim Xidl in der Nähe vorkam, dass die Angebote bereits nach zwei Tagen verdorben waren, glaubte ich noch an Zufall. Die 3te Fuhre Gemüse aus dem XaufXand machte mich dann mißmutig. Sogar die Lebensmittelkette, die dafür wirbt, dass sie Lebensmittel sehr doll mögen, macht da leider keine Ausnahme. Am Donnerstag habe ich da ein Kilo Möhren gekauft, es zügig nach Hause gebracht und ins Gemüsefach gelegt. Am Freitagabend wollte ich aus den Möhren und etwas Suppengrün ein leckeres Möhrenpüree  [seitdem ich das mal selber gemacht habe, könnte ich Marathon dafür laufen] machen.

Das Suppengrün war schon geputzt und ich wollte es in den Topf geben, als ich noch schnell die Möhren schälen. Ich wunderte mich schon, als mir die erste Möhre aus der Hand glitt. Seit wann hatten ungeschälte Möhren ein Verhalten von Schmierseife. Ich schaute hin & hätte am liebsten gebrochen wie ein Springbrunnen. Die ganzen Möhren waren mit einem weichen glatten Flaum überzogen. Wenn ich sie nicht hätte essen wollen, hätte ich es fast flauschig gefunden. Aber so konnte ich nur den Topf vom Herd nehmen, selbigen ausstellen und das Kilo Möhren in die Tonne kloppen.

Welche Alternativen habe ich denn nun? Anbauen in einer Plattenbauwohnung wird auf einem 4×1,5m² großem Balkon etwas schwierig. Zumal ich einen schwarzen Daumen habe. Normal vertrocknen bei mir sogar Kakteen. Für TK-Sachen, wie man es mir als andere Alternative vorschlug, brauch ich einen Eisschrank oder einen großen Kühlschrank mit noch größerem Gemüsefach.

Ich hoffe, dass mein Schwiegervater, der quasi kurz vor der Rente steht, vielleicht zeitnah das Gärtnern für sich entdeckt. Ich komme auch gern vorbei und helfe beim Einkochen und Einlegen von Gemüse und Obst. Also wenn Du das nun liest, liebster Paps, mach was draus 😉

Von einem weiss ich ja, dass es hier in der Gegend nichts Ungewöhnliches ist, dass man unser Geld haben will, aber keine Leistung dafür bringen will. Muss ein Lebensmittel unbedingt schlechte Qualität haben, wenn man es ins Angebot nimmt? Wie viel muss man sich als Kunde gefallen lassen und hilft beschweren wirklich? Was meint ihr dazu?

Ich freue mich auf eure Meinung.

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