Hätt‘ ich nur … Danke auf Umwegen

Ja, hätte ich nur auf Mama und Papa gehört. Diese Gedanken habe ich grundsätzlich, wenn ich versuche, meinen Haushalt einer Woche in einem Tag zu machen.

Diese Woche hat es mich entschärft, aber so richtig. Ich würde sagen, dass es über den gemeinen, meist tödlich endenden Männerschnupfen hinaus geht, aber Kollege Doktor Hausarzt und ich sind uns noch nicht einig. Also gab es die Order, mich zu schonen. Das tat ich Anfang der Woche auch. Ausschlafen, Frühstück und dann einen gesunden Spaziergang, frische Luft sollte gut tun.

Leider ist über diese schonende Art mein Haushalt etwas arg liegen geblieben. Auch kam ich die Wochen vorher nur dazu, das Nötigste im Haushalt zu machen. Das bringt der Job einfach mit sich, Kollegen wissen, wovon ich rede/schreibe.

Nur Mittwoch fühlte ich mich, als könnte ich Bäume ausreißen. Die Nasenschleimhäute sind nur noch ein bisschen angeschwollen, dass ich zeitweise durch die Nase atmen kann und sogar mein Frühstück mit geschlossenem Mund essen konnte. Auf meinen Schreibtisch habe ich schon seit einigen Tagen ein Auge, damit er sauber bleibt. Der Rest der Wohnung war allerdings nicht so fein. Also, da ich mich eh fühlte, als könne mir heute nichts, machte ich mich auf den Weg durch die Wohnung zu arbeiten. Erst das Bad putzen, das hatte es echt mal wieder nötig. Dann das Schlafzimmer. Dort hatten scheinbar die Wollmäuse sich zum Krieg unter unserem Bett zusammen gefunden und planten einen Angriff auf uns und/oder die Katzen. Beide Räume wurden gewischt, ich kam auch ins Schwitzen.

Zeittechnisch war ich erst bei Dienstag angekommen, also nur noch zwei Räume, die Wahl fiel auf die Küche und den Flur. Küche wischen, da kamen Erinnerungen aus Jugendtagen hoch. Wie oft hatte ich von meinen Eltern die Order bekommen, einmal in der Woche die Küche zu fegen und zu wischen? Ich weiß es nicht mehr, ich weiß auch den Wochentag nicht mehr genau, ich glaube es war der Samstag. Oder war es doch Freitag?

Ich weiß nur jetzt, fast 10 Jahre später den Sinn dahinter, oder kann ihn mir denken. Warum ich euch all das aufliste? Weil, so verwirrend, provozierend oder piesackend euch eine Aufgabe der Eltern vorkommt, es hat doch immer einen Sinn. Auch wenn ich diesen erst einige Jahre später erst verstehe.

Danke Mama, danke Papa, danke für eure Erziehung. Ich möchte nicht wissen, wie oft ich euch dem Wahnsinn nahe gebracht habe mit meinem Verhalten. Danke, dass ihr auch jetzt noch immer an mich glaubt. Ich bin stolz, eure Tochter sein zu dürfen.

Ich hab euch beide ganz doll lieb.

Ein Gedanke zu „Hätt‘ ich nur … Danke auf Umwegen

  1. … dann wisch ich jetzt auch mal meine Küche und meinen Flur … und das Schlafzimmer. Bin gerade so motiviert dazu. *wedelt den Wischmopp und trällert durch eine ebenfalls verschnupfte Nase*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.