Glitzerprinzessin Kaddy

Es war kein Tag, wie jeder andere, es war nämlich ein verdammt mieser. Zumindest begann der Morgen so. Dass ich mich morgens mit dem Zeh am Bettgestell stieß, mit dem Musikantenknochen den Badezimmer-Türrahmen auf Seite schob und mir den Finger an der Tassimo klemmte, daran hatte ich mich gewöhnt. Doch dieser Tag war schlimmer. Es kollidierten noch andere Körperteile mit Wohnungseinrichtungen, deren Kombination mir bis dahin komplett absurd erschienen. Und als würde DAS nicht noch genügen, beglückte mich meine Tagescreme mit einer extra Portion Glitzer. (Ja, meine Tagescreme enthält Glitzerpartikel. Ich sehe ab sonnigen Tagen dadurch aus wie eine von den Cullens. Dabei bevorzuge ich doch die andere Seite. Aber Haare als Frau an den Extremitäten wird heutzutage nicht gern gesehen. Aber ich schweife ab…)

Ich machte mir darüber keine Sorgen, war es ja noch früher Frühling und hell wurde es erst, als ich schon im Institut sass, so hoffe ich. Also schenkte ich der Glitzertatsache keinerlei Beachtung mehr. Irgendwie schaffte ich es an diesem Tag auch pünktlich und unfallfrei zum Bahnhof, was echt mit mehr Glück, als Verstand zu tun hatte. Und mein Lieblingsplatz in der Bahn war auch noch frei.

Und dann kam sie rein. Die Sonne, wäre sie dagewesen, hätte einpacken können. Meine Sonne des Tages war ein kleines Mädchen, einheitlich in rosa gekleidet. Und so sehr wie sie sich in der spiegelnden Scheibe beobachtete, gefiel sie sich. Als sie sich umdrehte, sah sie mich und sie lächelte noch mehr. In ihrem Lächeln drehte sie sich zu ihrer Mutter um und fragte: „Die Frau glitzert so, ist das eine Prinzessin?

Nun lächelte ich und nickte. Für die Kleine war ich also eine Glitzerprinzessin (davon gibt es nämlich meherere, ähnlich wie MyLittlePony, nur ohne die Hufe, erklärte sie mir) und mir konnte der Tag gar nichts. Ich bin mir sicher, ohne dieses Mädchen wäre dieser Tag grausam geworden. Denn drohte meine Laune abzusinken, rette der Gedanke an die Kleine meine Laune. Doch ich sah sie lange nicht wieder.

Heute reisten wir wieder zusammen und sobald sie mich sah, plapperte sie darauf los. Ich habe sie besucht, sagte sie. In ihren Träumen sei ich gewesen und hätte sie vor Monstern gerettet mit meinem Glitzer. Mein Schmuck auf den Nägeln sei gar kein Schmuck, sondern den könnte ich abmachen und auf die Monster werfen. Dann zerplatzen die Monster auch wiederum zu Glitzer, aus dem ich neue Steinchenwaffen mache. Und dass ich heute morgen gar nicht so doll glitzern würde liegt nur daran, dass ich die Nacht ganz viele Monster bekämpft habe.

Und so kam ich zu einem neuen Titel …

Ein Gedanke zu „Glitzerprinzessin Kaddy

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