Gar nicht so still am stillen Örtchen

Wir kennen das sicher alle: Etwas „falsches“ gegessen, einen nervösen Magen oder einfach nur einen schlechten Tag und schon rennt man fast minütlich aufs WC. Nur im Büro geht das nicht so einfach und Frauen haben da ja sowieso meist ein Problem mit. Ja, dabin ich mal „typisch Frau“, denn ich pupse leider noch kein Glitzer.

Und das es dieses Mal auch kein Glitzer sein würde, machte mir das Knurren und Brummeln und Kneifen im Magen bewusst. Denn so etwas schönes wie Glitzer kann nicht so etwas schmerzendes wie Bauchweh verursachen. Um so mehr hat es mich gefreut, als endlich die Kollegin A. Feierabend machte und ihre Siebensachen zusammen packte. Kaum fiel die Tür ins Schloss, fiel mein Allerwertester dahin, wo er sich schon Stunden hinwünschte. Kaum entspannte sich alles, fiel mir siedend heiß ein, dass nachher ja noch Kollegin B. vorbeischauen würde. Also ein Hygienespray geschnappt und versucht das eben nicht so schöne Passierte zu übertünchen. Und nun raus aus dem viel zu engen Raum, sonst haftet mir der Duft auch noch an.

Kaum saß ich an meinem Schreibtisch, kam Kollegin A. zur Türe und murmelte etwas von „Schlüssel, wo ist mein Schlüssel?“ und ging direkt in den Raum des Grauens. Ich wollte sie noch warnen, aber das WC war schon offen. Sie schnappte nach Luft und ich wollte im Boden versinken. Es gibt bestimmte Situationen, in denen man einfach alleine sein möchte. Und auch danach möchte man, dass der Ort sich selbst überlassen bleibt. Da haben Fremde nichts zu suchen. Und diese Erfahrung muss sich auch machen, dass man manche Orte sich selbst überlassen sollte.

Diese Kollegin hatte aber ziemlich zügig ihren Schlüssel gefunden und floh dann in ihren wohl verdienten Feierabend. Ich entspannte mich und kümmerte mich um meine Zuarbeiten. Gerade blätterte ich mich durch die Seiten eines Formulares, als es an der Türe schellte. Komisch, so lange habe ich doch gar nicht über die Daten der Einkommensteuer gesessen. Ein Blick auf die PC-Uhr bestätigte es. Also zog ich meine Schuhe an und öffnete die Türe. Es war wirklich die nächste Kollegin, doch etwas zu früh. Ich wollte eben eine Bemerkung über die Frühzeitigkeit machen, als Kollegin B. an mir vorbeirauschte, direkt … ihr ahnt es sicherlich … aufs WC zu.

Mein innerliches Ich wimmerte entsetzt auf. Das Uff aus dem WC ließ meine schlimme Vermutung Wahrheit werden. Sie musste auch dahin wohin ich vorhin müssen musste. Ich verkrümelte mich wieder hinter meinen Schreibtisch und meinen Formularen, um der Kollegin nicht direkt in die Augen sehen zu müssen. Und da war er geboren, der Gedanke nach einem neuen Praktikumsplatz. Diesen twitterte ich auch direkt. Anstelle Verständnis und Mitgefühl löse er in meiner Timeline aber Verwirrung und Entsetzten aus. Und bevor ich jedem einzelnen das Erlebnis in 140 Zeichen erklärte, hier die Erklärung also, wieso ich mir plötzlich einen neuen Platz wünschte.

Inzwischen ist aber genug Zeit ins Land gegangen, es liegen ein halber Berufsschultag und ein eingeklemmter Schulternerv dazwischen, sehe ich die Sache etwas lockerer. Auch die Antworten auf eine kurze Zusammenfassung machten mir Mut, weiter zu machen und zu meinem Glitzergeruch zu stehen. Was sagt ihr? Kennt ihr diese Situation sogar irgendwoher? Wie seid ihr mit dieser Situation umgegangen? Genau wie die Glitzerprinzessin und habt diese Situation einfach totgeschwiegen?

Oder denkt ihr euch: DARÜBER spricht man nicht, das darf man auch gar nicht thematisieren! Lasst es mich wissen, hier da oder unten in die Kommentare!

Ein Gedanke zu „Gar nicht so still am stillen Örtchen

  1. Alles ist „BIO“!
    &.“Es gibt nur 2 „Dinge“,die gerecht auf dieser Welt für „den Menschen“ ist,dass wir alle „im Wartesaal“ zum endgültigen „Abgang“ sitzen,& dass wir ALLE am „stillen Örtchen“, so „unsere“ biologischen“ Aromen & „Geräusche“ abgeben „müssen“…..
    Ob „Kaiser“,“König“,“Bettelmann“!Auch „Miss“ „World“ & andere „Gestalten“, sind davon „betroffen“…….
    & bitte „weitermachen“,beim -„Chaoskaddy“-„genau auf den Punkt“ gebrachten Texteinlagen….
    Wäre ja schon längst eine „Buch“ „Geburt“ fällig!!

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