GamesCom 2015

Und ja ich war dabei, wohow \o/

Erklärung vorweg

Es war seit langem meine erste Messe. Wer sich also wundert, wieso ich an dieses oder jenes nicht gedacht habe, bitte erinnere Dich beim Text lesen daran. Nur für den Fall, ich sollte euch etwas unbeholfen und planlos vorkommen. DAS war ich nämlich auch etwas ;-)

Der Vorabend

Man könnte dem Abschnitt auch die Überschrift die Vorbereitungen geben. Denn am Donnerstag habe ich nichts anderes gemacht. Mindestens drölfzighunderte Male habe ich meine Handtasche gepackt und wieder ausgeräumt, in der Angst etwas zu vergessen.

Was ich anziehen wollte, hatte ich lange im Kopf. Dann schaue ich am Vorabend in den Schrank und stellte fest: Mist, hast nix da. Die kurze Jeans hat sich letztens an einigen unschönen Stellen in Luft aufgelöst und musste aussortiert werden. Rock an? Näääh, da fühle ich mich sicher unwohl. Kleidchen an? Es soll ja schließlich warm werden. Ist zwar lang, aber nachher lege ich mich damit auf die Nase. Also doch die lange Jeans an und das gestern schon ausgesuchte ComicShirt. Turnschuhe zu diesem Outfit und die Nerdine war fertig.

Dann bloß noch den Anker über Nacht laden lassen. Kann ja nicht sein, dass nachmittags schon das Akku alle ist. Beim Zähne putzen ging ich alles noch einmal durch:

  • Tasche gepackt?
  • Kleidung rausgelegt?
  • Kleingeld dabei für Frühstück morgen?
  • miBand geladen und Erinnerung an der Türe?
  • Eintrittskarte ausgedruckt?

Letzteres hatte ich sogar 2x ausgedruckt, eine Version war einlaminiert worden. Beruhigt ging ich ins Bett, nur um dann 6h später wieder senkrecht im Bett zu stehen.

Die Anreise zum Messegelände

Weil es so warm war, hatte ich in der Wohnung alle Fenster weit geöffnet. Doch nun weckte mich der Regen, der auf das Vordach der Balkontür fiel. Also auf und in der ganzen Wohnung die Fenster wieder schließen, Büro und Schlafzimmer ankippen für etwas frische Luft. Doch an Schlaf war so schnell nicht mehr zu denken. Ich lag noch einige Zeit wach. Als ich überlegte, aufzustehen, fiel ich dann wohl noch einmal in einen Schlaf. Dieser Schlaf hatte es in sich. Mich weckte um kurz nach 7:00 Uhr ein LKW, der mit laufendem Motor unter unserem Schlafzimmerfenster stand und mächtig Gas gab.

Ich wollte doch schon auf meinem Weg zum Bahnhof sein. In der ersten Reihe stehen, wenn die Tore des Messegeländes sich öffneten, DAS war mein Ziel. Doch das konnte ich wohl knicken, wie mein Mann und ich so schön sagen. Noch so eine Sache, die mich traurig machte. Hatte ich mich doch so sehr auf die Messe mit meinem Mann gemeinsam gefreut. Leider/$höhereMacht sei Dank durfte er 4 Tage vorher zur Reha aufbrechen. Also durfte ich mich alleine auf die GamesCom machen. Und das aktuell ziemlich zügig, also ab unter die Dusche. Danach in die Kleidung gesprungen, Tasche & Schlüssel geschnappt und los. Natürlich durfte ich an der Türe umdrehen und mein miBand holen. Nur gut, dass der Zettel da klebte. Jetzt aber nichts wie los zum Bahnhof. Obwohl es regnete, entschloss ich mich, den Schirm Zuhause zu lassen, keinen unnötigen Ballast. Am Bahnhof hatte ich nach einem Blick auf die Uhr noch genug Zeit, mir einen Kaffee und eine Waffel zu holen. Das war dann mein Frühstück.

Während ich also die Waffel genoss, beobachtete ich den Bahnsteig. Beobachten, etwas was ich sehr gerne machte. Und so schaute ich zu, wie eine Wespe durch einige Grüppchen schwirrte, um dann zum Schluss auf meiner Waffel zu landen und sich auch ihr Frühstück zu gönnen. „Sie haben da ein … eine …. eine…“ Ich schaute den ganzen Mann fragend an. Hatte er etwa Angst vor meiner Wespe? Ich bat ihn höflich, doch am besten zu sagen, was er meinte. Wenn es ihm möglich wäre sogar in einem Satz, ich würde ihm sogar helfen. Ja, es war gemein von mir, doch ich konnte nicht widerstehen. „Weh …. weh…. Wespe!“ „Prima, nun haben wir ein paar Worte, schaffen wir da nun einen ganzen Satz draus?“ Irgendwie tat er mir nun leid, wollte er mich doch nur vor dem wilden Tier auf meiner Waffel beschützen. Nur reichte sein Mut scheinbar nicht, sich der Bestie zu stellen. Diese hatte inzwischen eine für eine Wespe mächtige Portion genommen und putzte sich. Das hatte ich in den letzten Tagen öfters beim Essen auf dem Balkon beobachten können. Gleich wird sie sich die richtige Startposition aussuchen und losfliegen. „Sie haben da eine Wespe!“ brachte er nun endlich den Satz raus. Ich musste leise lachen. „Die hat nur Hunger, ist sicherlich die ganze Nacht geflogen.“ Als hätte ich ihr Stichwort gesagt, erhob sich die Wespe und flog in eine andere Richtung los. Der Mann drehte sich um, zu seinen Kollegen und ich widmete mich wieder meinem Kaffee, der sicherlich nun gut abgekühlt war. Na DAS kann ja ein spannender Tag werden! dachte ich bei mir und lauschte der Ansage, die verkündete, dass der Zug endlich einfahren würde.

Der Zug war nicht übermäßig voll, wie mir ein Blick in die Fenster des einfahrenden Zuges zeigte. Einen Sitzplatz fand ich trotzdem nicht. Und so blieb ich an der Türe stehen, in der Hoffnung, ab und zu etwas frische Luft ab zubekommen. Keine zwei Haltestellen weiter wollte eine Familie mit all ihren Koffern in den Zug, mit eiiiinigen Nerds. Letztere realisierten sofort, dass an diesem Eingang nichts zu holen waren und teilten sich auf die anderen auf. Doch nicht so die Familie. Lacostepapa fing sofort an, die Koffer der Familie in den Zug schieben zu wollen und fragte mich sehr unhöflich, ob ich den Bereich an der Türe räumen würde, weil er da gerne die Koffer hinstellen wolle. Ich gab die Stelle nicht auf und so entstand dieser Tweet.

Die Familie war alles in allem nicht sehr erfreut, so viele Menschen im Zug zu finden. Die Laune der anderen Reisenden hielt sich gut, hatte Blizzard doch gestern Abend erst die Vorstellung des neuen Addons auf der Messe gehalten. Doch durch die vielen Menschen stieg die Temperatur in Zug an und der Sauerstoffgehalt sank immer weiter ab. Es war eine echt beschissene Idee, keine kurze Hose an zuziehen. Ich fing an zu schwitzen, aber damit war ich nicht alleine. Trotzdem war ich mächtig neidisch auf die weniger bekleideten Leute um mich herum. Dass mir die Tochter vom Lacostepapa mit einem dicken Tommy Hilfiger Pulli gegenüber stand, war nicht hilfreich. Der Versuch mich in der Arktis vorzustellen half an diesem Tag auch nicht und eifrig lief der Schweiß den Nacken runter. Eine Haltestelle vor Köln stieg dann auch Familie Lacoste aus. Das letzte Stück wurden alle immer ruhiger. Endlich kam die erlösende Haltestelle und unendlich viele Menschen strömten auf den Bahnsteig.

Ich war endlich da – doch dann ging das Chaos richtig los!

Dort wurden wir von einem Menschen mit einem Megafon begrüßt, der uns in die richtige Richtung lotste, nämlich Ausgang Süd. Noch immer hatte ich einen Kopfhörer im Ohr und zu Gossip ~ Move in the right direction ließ ich mich lachend mit der Masse mit treiben. Alle, die bereits eine Eintrittskarte haben, sollten bitte Eingang 11 benutzen. Wer schon einmal auf dem Messegelände der Stadt Köln war, weiß, dass dieses nicht sehr übersichtlich aufgebaut ist. ICH war, wie wir uns erinnern noch auf gar keiner Messe. Und so stand ich wie ein kleines Kind vor einem Weihnachtsbaum: mit großen Augen und weit offenem Mund, der Masse in Richtung Halle 11 folgen. Unsere Traube Menschen stand recht weit am Ende und wir konnten von unserer Situation aus den Eingang sehen.

Pünktlich um 10 Uhr öffnete die Messe ihre Türen. Für einen Sekundenbruchteil blitzen Bilder in meinem Kopf von Berichten über Konzerte auf. Doch nicht so wir. Artig lief die erste Reihe zum Eingang und wie bei einem Stau rutschten wir anderen ebenso artig nach. Da sah ich ihn vor mir. Während ich noch überlegte, wo die Krone hingehörte, hörte ich hinter mir: „Ey Lichking, Dich habe ich schon einige Male umgenatzt, bleib endlich mal liegen!“ Die Menge um uns herum lachte und schlurfte weiter.

„Wenn hier jetzt eine Zombiekalypse ausbricht …“ dachte ich so bei mir. Zumindest dachte ich, dass ich es nur dachte. Doch neben mir beantwortete jemand sofort meine Frage. „Viele Schwerter, die wird hier sofort niedergekämpft.“ meinte der junge Mann neben mir, seine Kollegen nickten. Ich lächelte und errötete, hatte ich das doch wirklich laut gesagt. Aber endlich an einem Ort angelangt, an dem man mich und meine Sorgen verstand! Was fühlte ich mich wohl und ich wurde ungeduldiger, endlich die Hallen durchstreunen zu können. Am Rand standen Messemitarbeiter und verteilten Zeitungen der GamesCom. 

Ich stellte fest, dass mich kein Thema aus der Zeitung wirklich interessierte. Klar, bei Blizzard vorbei schauen, das war Pflicht! So nahm ich mir vor, eine Halle nach der anderen zu durchkämpfen. Und doch wuchs die Ungeduld langsam in mir, es kribbelte überall unter der Haut. Doch dauerte es noch ungefähr eine halbe Stunde, bis ich wirklich in der Halle angekommen war und mein Armband mit Altersnachweis hatte. Von da an gab es kein Halten. Ich drehte mich für einen kurzen Moment um und hielt auch die Massen, die nach mir noch rein wollten fest.

 

Ich war allerdings nicht nur zum Spaß hier, ich hatte auch eine Mission: Autogramm von @Gronkh für @Miezedeluxe87 organisieren.


Und wie ich in dem Tweet sooo Recht behalten sollte. Die verschwommene Sicht war das Einzige, was ich von ihm sehen sollte. Gut, mir war vorher sicher auch nicht soooo bewusst, dass er so berühmt und vor allem bei den Frauen/Mädchen so umschwärmt ist. Jo, ist eben ein YouTuber, aber das bin ich ja auch. Was ist an ihm so besonderes? Mieze beantwortete es mir später, er solle nach Vanille riechen. Okay, ich roch an diesem Tag sicher eher nicht danach und sowieso sehr undamenhaft. Vielleicht bin ich da auch etwas naiv an das Thema rangegangen. Also schrieb ich das Thema Autogramm für Mieze ab und arbeitete mich durch die Hallen.

Meine Kopfhörer waren längst in meiner Handtasche verschwunden. Doch mein Handy wurde nicht weggepackt. Auch wenn die Kamera von Lenny nicht die beste war, wollte ich einige Momente festhalten. Leider sind viele Bilder verwackelt. Doch meine persönliche Highlights habe ich sicherheitshalber öfters fotografiert. Auch wenn mir manchmal vor Nervosität Lenny fast aus der Hand rutschte, Nervosität und die Hitze. Hier die geretteten Bilder:

Da ich vor allem die beiden Silent Hill – Filme mag, imponierte mir der Herr sehr.

02

Auch dieses Kostüm wurde mich so viel Hingabe gemacht, was mich begeisterte. Danke fürs posen

03

LegoMänner in meiner Größe, ein Kindertraum wurde wahr <3

06

Und da standen wirklich welche an, wie man sieht!

07

Im Hintergrund plauderte Ironman mit jemandem XD

08

Auch diesen kleinen Kerl hätte ich am liebsten mit nach Hause genommen.

04

Hat er etwa mich im Visier? Ich bin doch brav!

Auch die „gute alte Zeit“ wurde auf der Gamescom nicht vergessen, wie man hier sehen kann:

15 16 17

Natürlich gab es bei Blizzard auch einiges zu fotografieren:

09

Hört ihr auch sein Gurgeln? ;-)

10

Ich hätte ihm gern mal über den Bauch gestreichelt

11

Er hatte einen Doppelgänger rumlaufen XD

12

Ist DAS ein Hammer oder ist es ein Hammer? XD

Gegen 14 Uhr wurde mein Akku und auch das von Lenny immer leerer. So suchte ich mir irgendwo einen Platz zum Sitzen und ein Wasser. Für 0,5 Liter Mineralwasser 3,10 Euro zu verlangen fand ich bei den Temperaturen etwas … naja. Es wollte wohl jeder an der Gamescom gewinnen. Die Situation um Lenny wurde nicht besser. Wenn auch ich mit dem Wasser mein Akku wieder laden konnte, bei Lenny klappte es nicht. Aber dafür habe ich ja extra meinen Anker geladen. Mir wurde heiß und kalt vor Wut und Enttäuschung. Denn der Anker hing noch im Büro an der Steckdose. Ich Dussel hatte ihn wirklich vergessen, ein zupacken. Dabei hoffte ich doch noch, am Nachmittag einige LP’ler zu treffen und mich mit ihnen ausztauschen. Ich hatte mächtig viele Fragen, die beantwortet werden wollten. Doch Lenny machte vorher schlapp und so konnte ich nicht einmal nachschauen, wer wo so alles war.

Auch hatte ich noch die eine oder andere Halle vor der Brust. Doch ohne etwas festhalten zu können war es langweilig. Mehr pflichtbewusst, als mit wirklicher Aufregung klapperte ich die restliche Halle ab. Dann ärgerte ich mich noch mehr. Denn ich sah ihn endlich: Hitman! Er sah aus, als wäre er vom Spielecover direkt in die Messe gesprungen. Mir ist er morgens schon über den Weg gelaufen. Ich war so beeindruckt, dass ich mich nicht traute, ihn zu fragen, ob ich ihn fotografieren durfte. Dann suchte ich die Hallen nach ihm ab, ohne ihn zu finden. Und jetzt, wo ich ihn gesichtet hatte, war Lenny alle. DAS war zu viel für mich. Zielstrebig steuerte ich auf den Ausgang zu. Ich wollte nur noch raus aus den Hallen. Was sollte ich da noch?

Kaum war ich draußen, bereute ich meinen Fehler. Es hätte sich sicher irgendwo eine Möglichkeit gefunden, mein Handy auf zuladen. Ich hatte ja nirgendwo gefragt. Ich beschloss, mit der nächsten Bahn in die Kölner Innenstadt zu fahren. Da sollte es, meines Wissens nach auch noch einige Fesitivtäten geben. Doch schon auf dem Weg dahin merkte ich, dass ich ohne Lennys Hilfe aufgeschmissen war. Ich trat aus dem Bahnhof raus und rang nach Luft. Es war so stickig auf dem Domplatz. Ich schwitzte wieder, erneut. Es war inzwischen halb vier Uhr und ich hatte heute Morgen nur die Waffel. Also beschloss ich, es gut sein zu lassen und nach Hause zu fahren, nächstes Jahr war ja schließlich schon die nächste GamesCom.

Fazit:
  1. Für nächstes Jahr uuuunbedingt bequeme legere kurze Kleinung zulegen.
  2. Informieren, wie es mit mitgebrachten Speisen auf der Messe steht, die Preise sind mächtig!
  3. Vorher unbedingt absprechen, wer wann zur Gamescom geht
  4. Vielleicht zwei Tage gehen? Einen zum schauen und einen zum treffen(?)
  5. Unbedingt über eine VLog-Camera nachdenken!
  6. Wichtigster Punkt: Anker nicht vergessen!

Alles in Allem bin ich um vieles schlauer und ich möchte die Erfahrung GamesCom 2015 nicht missen. Ich freue mich auf nächstes Jahr!

Warst Du auch da? Oder hast Du die beneidet, die hingehen konnten? Lass es mich wissen, hier, dort oder unten in den Kommentaren. Danke für Deine lange Aufmerksamkeit diesen noch längeren Beitrag zu lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.