FU Sonntag, FU!

Dieser Tag ist nicht wie die anderen Sonntage, das merke ich schnell. Es fing alles damit an, dass ich fast verschlafen hätte, da ich meinen Wecker ausgeschaltet habe, anstelle auf Schlummern. Ich hatte nicht einmal eine halbe Stunde Zeit, mich zu waschen, an zu ziehen und Katzen zu füttern, von schminken wollte ich ganz absehen.

Da leider in den morgendlichen Ablauf so sehr Alltag eingekehrt ist, musste ich nur ein bisschen schneller machen und alle Aufgaben wurden in der kürzeren Zeit geschafft. Warum stehe ich dann eigentlich immer so früh auf, schoss es mir durch den Kopf, als ich meine Schwimmtasche packte. Denn wie jeden Sonntag freute ich mich sehr auf die Bahnen, die ich nach meiner letzten Frühschicht dieser Woche ziehen konnte.

Bepackt mit Schwimm-, Hand- und Essenstasche in der einen und die Kuchenabdeckung, unter denen die Muffins für die Kollegen und Kolleginnen schlummerten, in der anderen Hand tippelte zur Arbeit. Vor lauter Hektik und Routine habe ich ganz vergessen, die Sportschuhe und die bequeme Jacke an zu ziehen, das sollte mir später noch teuer zu stehlen kommen. Doch um kurz vor sechs Uhr sah meine heile verschlafene Welt aus einer Zombiapokalypse noch recht normal aus.

Auch ein Tag komplett mit viel Arbeit war mit meinen Kollegen und der Aussicht auf 1000 Meter schwimmen fast ein Kinderspiel. Dass die Zeit dahinschlich wie eine Schnecke auf den Gleisen ohne ICE im Nacken konnte ich auch verschmerzen. Als ich aber dann feststellte, dass ich beim Packen der Schwimmtasche die Karte für das Schwimmbad vergessen hatte, wurde meine Laune ziemlich frostig. Mein Mann ermunterte mich, es trotzdem zu versuchen, noch pünktlich zum Schwimmbad zu kommen. Dieses machte nämlich den Einlass eine Stunde vor Schließung dicht. Wir legten also auf, ich schnappte mir die Karte und eilte mit der nicht ganz so leichten Tasche los.

Auf dem Hinweg, der sich heute ein bisschen mehr zog als sonst, trotz Musik in den Ohren, machte sich schon die Schuhwahl bemerkbar. Die linke Ferse fing an, auf halber Strecke zu brennen, ich schob es auf mein noch nicht ganz lauftaugliches Gewicht. Auch dass ich ständig auf die Uhr schaute, machte den Weg nicht kürzer. Mir schien, es war sogar das Gegenteil der Fall.

Ein letzter Blick auf meine Armbanduhr: 5 vor Panik und ich war da. Schwungvoll wollte ich die Türe zum Kassenbereich aufziehen, als mir das Schild entgegensprang: GESCHLOSSEN – Kein Einlass mehr. Sicherheitshalber tat ich doch ein, schaute den Kassenbereich ab und rief ein typisches „Hallo?“. Doch nichts tat sich, weder ein Lüftchen hinter dem Vorhang, dass der Mitarbeiter / die Mitarbeiterin vielleicht grad erstarrte, weil er / sie wirklich keinen mehr rein lassen wollte. Noch ein Laufgeräusch aus dem Gang zum Bademeisterräumchen war zu vernehmen.

War ich wütend, da war ich innerhalb von 20 Minuten die ganze Strecke von Zuhause bis zur Südschwimmhalle dafür gelaufen, mir dieses Schild an zu schauen. Diese Strecke war ich gelaufen, weil jemand beschlossen hatte, es kam keiner 65 Minuten vor Schließung keiner rein.

An folgendes habe ich mich in der Südschwimmhalle inzwischen gewöhnt,da sie immerhin günstig ist:

  • Ameisen in Dusche, WC und Umkleide der Damen.
  • Schimmel in der Dusche der Damen.
  • schimmelige Holzbretter in der Schwimmhalle, die Unbekanntes abdecken.
  • scharfe Kanten an den Springböcken, da scheinbar das Chlorwasser den Beton mit der Zeit gelöst hat.
  • keiner, der sich dafür verantwortlich fühlt.
  • Herumlungernde Herren an den Banden, wir erinnern uns hier.
  • Bademeister, die einen anpflaumen, fragt man nach, ob das normal ist.
  • andere Bademeister, die sich lieber von den anwesenden Witwen am Rand vom Schwimmerbecken anhimmeln lassen, als zu schauen, was im Nichtschwimmerbecken läuft.

An diese Frechheit heute will ich mich aber nicht gewöhnen und habe diese Liste inklusive der Vorkommnisse heute der Stadt Dessau-Roßlau mitgeteilt über das Kontaktformular der Homepage. Eine E-Mail Adresse, an die man das direkt schicken kann, scheint es nicht zu geben. Auch diese Vorkommnisse der Stadt mit zu teilen war nicht gerade förderlich für meine Laune, die sich dank meines Mannes und die Möglichkeit, hier aus zu drücken gerade wieder hebt.

Natürlich halte ich euch auf dem Laufenden, was die Stadt dazu meint und ob überhaupt eine Antwort gesendet wird. Was habt ihr so erlebt? Ist das in anderen Städten auch so mit öffentlichen Einrichtungen? Lasst es mich hier unten, hier oder hier wissen, was ihr denkt.

Edith: Das Brennen unter der Ferse auf dem Hinweg hat sich aktuell als Blase herausgestellt. Wozu hab ich auch extra Laufschuhe? -.-

Ein Gedanke zu „FU Sonntag, FU!

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