Follow me around ~ einen Tag mit Arne Skywalker

4 Uhr 35Ich bin einige Minuten zu spät, hätte fast vergessen meine Haustiere zu wecken. Frauchen hab ich das Weibchen genannt, Herrchen das Männchen ~ Dosenöffner war mir zu unkreativ. Aber ehe ich mich verplapper, auf in deren Menschenbaum, Bett wie sie es nennen.

Frauchen zu wecken macht so einen Spaß, sie wacht so schnell auf. Und auch wenn das so gar nicht in meinen strammen Zeitplan passt, lass ich sie mich ein bisschen kraulen, sonst heißt es nachher noch vom HumanoidenSchutzVerein „Sie, Herr Skywalker, Sie kümmern sich nicht anständig um Ihre Menschen!“ Und DAS möchte ich mir wirklich nicht nachsagen lassen. Außerdem hat Frauchen endlich gelernt, erst uns Katzen Frühstück zu servieren, bevor sie sich und Herrchen das Fressen macht. DAZU brauch man echt Geduld, jede(r) Felis Silvestris Catus weiß, wovon ich da rede.

 

5 Uhr 05:Dass ich gebummelt beim Wecken habe, merkt man kaum, Fressen war fast pünktlich da. Puh, war das anstrengend, ich werde mich erst einmal zum Dösen hinlegen. Hoffentlich meint Frauchen nicht wieder, dass das ihre Möbel sind. Ich liege, wo ich liegen will, denn ich bin die Katze im Haus!

Der Schreibtisch von Herrchen sieht heute sehr bequem aus. Und wenn es Frauchen widerstrebt, wird sie mich sicher auf den Kratzbaum tragen. Noch hat sie es nicht mitbekommen, sie sitzt an ihrem PC. Eine gute Anschaffung. Seitdem sie das Spielzeug hat, brauch ich mich weniger mit ihr beschäftigen. Obwohl ich ja manchmal schon Gewissensbisse bekomme, dass ich sie mit dem Ding zu viel alleine lasse, wenn ich angestrengt dös nachdenke. Sie wird eh gleich hektisch rumlaufen, sich ihr Fell überziehen & dann zu ihrem Hobby rennen, sie nennt es „arbeiten“. Ich mach es mir erst einmal bequem.

Arne in Arigurumikiste

13 Uhr 37: Herrchen ist zuerst zu Hause und hat mir etwas mitgebracht. Irgendetwas war da drinnen, Füllmaterial sicherlich. Er freut sich und wirft mir etwas zu achtlos das Geschenk hin. Ich muß ihm unbedingt präsentieren beibringen. Und auch wenn ich gerade geschlafen habe, ein kleines Nickerchen in Ehren kann keiner ausschlagen. So ode so ähnlich sagt das immer Frauchen. Ich hoffe, dass sie auch bald nach Hause kommt, möchte wieder mit ihr spielen. Sie schaut so niedlich, wenn sie mir den Laserpointer drücken darf.

15 Uhr 25Endlich kommt auch Frauchen von ihrem Hobby „arbeiten“ wieder. Sie sehen ein wenig müde aus, ich lass sie mich mal kraulen. Aber nicht lange, denn bald rufen ihre Pflichten, wie Fell kämmen und mein WC  machen. Ja, man sollte doch eben zuerst die Haushaltspflichten erfüllen und sich dann dem Hobby widmen. Bin mal gespannt, wann sie das endlich lernen?

Dieses Pflichten beaufsichtigen ist ganz schön anstrengend. Herrchen mußte ich heute mehrfach beim KatzenWC sauber machen unterbrechen. Er kann sich einfach nicht merken, in welche Richtung ich mein Katzenstreu ausgerichtet haben möchte. Da mußte ich einfach mit der Pfote eingreifen, um weiten Schaden zu vermeiden. Und dann auch noch ständig diese Eigenart, mich von meinen Möbeln zu heben von Frauchen. Möchte wissen, wo sie sich diese Unart abgeschaut hat, sicher bei einen ihrer „Kollegen“. Das erinnert mich daran, ich muß die beiden impfen lassen. Nicht dass sie sich noch mit Grippe oder Schnupfen anstecken. Denn dann können sie ihrem Hobby nicht nachgehen und hängen den ganzen Tag Zuhause rum, wie soll ich denn da anstrengend nachdenken?

 

19 Uhr 7Heute ist wieder einer der Tage, an denen Frauchen viel zu lange vor diesem PC hängt. Und ich habe noch immer nicht mein Abendbrot. Als Strafe habe ich ihr erst einmal einen Haarballen in den Flur gewürgt, aber so richtig geräuschvoll, damit auch Herrchen was davon hat, mit gehangen mit gefangen. 

Ich mache das nicht gerne, sie bestrafen mit den Ballen, aber was raus muss, muss raus und Frauchen macht endlich Abendbrot. Natürlich nicht zuerst für uns, sie hat es schon wieder vergessen. Wie soll ich ihr das nur beibringen? Morgens klappt es doch auch so schön. Manchmal habe ich das Gefühl, sie macht das aus Trotz über die Ballen. Dabei meine ich das doch nur gut. Und dass mein WG-Kollege Toni Wankenobi da immer nur drüber schmunzeln kann, kann ich gar nicht verstehen. Aber nun gut, ich bekam die beiden eben nur mit ihm als WG. Und so ein unangenehmer Zeitgenosse ist er auch nicht. Er ist etwas älter und auch ruhiger, wie ich. 

Toni Wankenobi

Er hat mir mal verraten, dass er angeblich von der spanichen Sardellenmafia nach Deutschland geflüchtet ist. Wollte einfach aussteigen, sagte er, ein ruhigeres Leben beginnen. Wozu hat man denn sieben Leben, wenn man nicht eins davon abschließen kann und etwas Neues beginnen kann. Den spanischen Dialekt hat er aber behalten.

21 Uhr 55Jetzt wird es aber Zeit, meine kleinen Racker ins Bett zu schicken. Nur gut, dass es da einen Trick gibt, die Neugier der beiden zu wecken. Ich gehe einfach ins Schlafzimmer und kratze eine Runde an den Fressnäpfen, der Unterlagen und wenn sie gar nicht hören, auch am Boden. Was man alles aus erzieherischen Gründen machen muß bei denen. Aber manchmal wollen sie einfach nicht ins Bett.

Gespielt habe ich mit ihnen heute auch nicht viel, aber morgen bestimmt. Morgen werde ich mich intensiv um Frauchen kümmern, sie hat zu Herrchen eben beim Essen was von „frei“ erzählt. Dann habe ich sie morgen also den ganzen Tag im Haus und sie möchte dann beschäftigt werden. Wozu bekommen sie eigentlich dieses Gehalt? Damit sie dem Hobby fern bleiben? Ist ja nicht mein Geld, was der Hobbygeber da aus dem Fenster wirft, aber eine 7 Tage Betreuung könnten sie schon anbieten.

Ich werde jetzt noch, da meine Racker im Bett sind, die Wohnung inspizieren, wo die beiden wieder geschludert haben. Ein paar Wollmäuse unter der Arbeitszeile hervorwuseln zählt da nur zu einer Aufgabe. Auch den Wäschekorb erst aus räumen und es mir dann auf den verteilten Kleidern schlafen lege. Als ob ich das gerne mache! Das Zeug richt noch nicht einmal nach ihnen!

Liebe Leser, vielen Dank fürs lesen und vielleicht gebe ich meine Wort an Toni Wankenobi ab, der euch dann einen Tag in seinem Katzenleben rumführt.

So oder so ähnlich müssen Katzen doch denken, oder?

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