„Endlich Regen!“ – das Brillen-Selbstexperiment ~ Tag 6

BrilleTag1Heute ist der Geburtstag meines Mannes und noch etwas gibt es zu feiern. Es ist nämlich der zweite Tag, an dem ich daran denke, die Brille morgens aufzuziehen, bevor ich irgendetwas anderes mache. Der Tisch wird gedeckt und ich gehe los, Brötchen für unser Frühstück zu holen. Als ich noch die Wohnungstür zuziehe, nieselt es etwas. Soll heute endlich der Tag sein, an dem ich die Frage aller Brillenträger beantworten kann? Ich jubel innerlich: „Endlich Regen!

Doch auch heute wieder scheint sich das Wetter einen Spaß daraus zu machen, mich zu ärgern. Kaum bin ich aus dem Haus, fällt kein Regentropfen mehr, weder vom Himmel, noch vom Baum und auch nicht von den Markisen der Geschäfte. Ich lege einen schlecht gelaunten Blick auf und gehe in einen Supermarkt, noch ein paar Zutaten für das Purzeltagsmenü holen. Da fällt es mir das erste Mal so richtig auf, wovon mein Mann und die Familie bereits am Samstag drüber gesprochen haben: Die Menschen machen mir Platz, gehen mir aus dem Weg. Ich brauche mich nur zu räuspern und jemanden mit dem Blick zu fixieren, schon weicht dieser Jemand zurück und macht mir Platz. Hat man etwa Angst vor mir? Ich verwerfe den Gedanken und husche schnell durch den Laden. Schließlich will ich wieder in den Regen und endlich wissen: Ist es wirklich so schlimm?

Wieder einmal macht sich das Wetter einen Spaß daraus. Auch zu meinem zweiten Teil, meine täglichen 4.000 Schritte zu schaffen, lässt sich kein Regentropfen auf meiner Brille blicken. Der Mann kann es kaum fassen, hat er doch einige kleine Tröpfchen abbekommen.

Ursprünglich wollte ich die Brille nur eine Woche tragen, doch solange ich noch immer keinen Regen abbekommen habe im Alltag, werde ich sie auflassen.

 

Hier geht es zum letzten Bericht des Selbstexperimentes

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