3 Jahre nach ‚Hat es diesmal wirklich „Klick“ gemacht?‘

Da ging ein weiteres Jahr dahin. Ein weiteres Jahr, in dem sich viel getan hat. Und immer an meiner Seite ist Lazy, mein innerer Schweinehund. Und doch ist er mehr als nur das. Er ist der schwarze Hund, der mich vor einigen Monaten in die Knie gezwungen hat. Er nein, ich habe dafür gesorgt, dass er mich mächtig im Griff hatte. Und so kam eines zum anderen und es passierte, was passieren musste. Lazy, also die Diagnose Depression, hat dafür gesorgt, dass meine Umschulung erst einmal abgebrochen werden musste. Etwas weniger als ein halbes Jahr noch und ich hätte die Umschulung beendet … vielleicht. Denn viel zu lange schon konnte ich mich nicht mehr richtig konzentrieren. Sei es in der Berufsschule oder im Büro. Hätte ich die Prüfung wirklich bestanden? Ich weiß es nicht und ich werde es wohl nie erfahren.

Mit der Umschulung verschwand auch einiges an Bewegung. Jeden Tag bis Essen und zurück tingeln gab schon mächtig Bewegung. Nach der Kündigung des Umschulungsträgers wurde auch das ALG I in ALG II umgewandelt. Das bedeutete für mich auch, weniger schwimmen gehen, auch wenn die Eltern mich da unterstützten. Und so geht seit zwei Monaten mein Gewicht unaufhaltsam wieder aufwärts.

Häufig liege ich abends im Bett und stelle fest, dass ich nicht einmal ansatzweise mein Tagespensum von 8.ooo Schritte geschafft habe. Dabei sind das nicht wirklich viele Schritte, vor einigen Monaten noch hätte ich sie zur Mittagszeit schon bewältigt. Doch heute kämpfe ich täglich dagegen an, mich nicht bereits nach dem Frühstück schon wieder hin zu legen, meist erfolglos. Hier einen Aufruf. Wenn ihr auch mal in der Situation gewesen seid und einen Weg gefunden habt, mit dieser Müdigkeit und Trägheit umzugehen und auszutricksen, schreibt es mir in die Kommentare. Ich habe den Weg nämlich leider noch nicht gefunden.

Doch langsam geht es wieder aufwärts, denn ich habe eine gute Therapeutin gefunden und eine genehmigte Gesprächstherapie. Termine bis im Januar sind bereits gemacht. Auf der Warteliste für eine Tagesklinik bin ich auch schon \o/ Nun läuft noch der Antrag für eine ambulante Therapie. Es sind so viele kleine Schritte geschafft worden in der letzten Zeit. Und doch reicht eine einzige Person, so viele Siege der Kämpfe zu vernichten.

Ja genau, ich meine Sie, die allein erziehende scheinbar überforderte Mutter von heute Nachmittag aus der Innenstadt! Sie, die Sie erst Ihr Kind und dann mich angebrüllt haben. Sie, die sich so dicht hinter mich mit dem Kinderwagen gestellt haben, dass ich da scheinbar drüber oder reinfallen sollte? Oder wollten Sie mir in die Hacken fahren und haben sich dann doch nicht getraut? Wissen Sie, wie man so etwas nennt? Passiv-Aggressiv! Immerhin haben Sie sich ja dann doch noch getraut, mich wegen meiner Fülle zu beleidigen, nachdem ich Ihnen wieder den Rücken zugedreht habe. Sehr mutig, nicht! Immerhin konnte ich so kurz die Wut und scheinbare Überforderung, die Hilflosigkeit, die Einsamkeit für einen kurzen Moment auf mich ziehen, so dass Sie mal nicht Ihr Kind angebrüllt haben. Und wenn ich zu meinem Mann sage, dass ich es schrecklich finde, Kinder an zu schreien, ist das meine Meinung! Meine Meinung bleibt es auch weiterhin, dass jemand, der schreit, nicht unbedingt Recht hat und ihm einfach nur die Argumente ausgehen. Und wenn Sie weder mich im Anblick noch meine Meinung aushalten, hören und sehen Sie doch einfach nicht hin? Oder hatten sie keine Kraft, den schweren Kinderbuggy um mich herum zu schieben? Und ja ich war angepisst über Ihr unfaires Verhalten gegen mich, es hat noch weitere 2 Stunden gekostet, meine Wut überhaupt ansatzweise in Worte zu fassen. Freuen Sie sich nun darüber? Nein? Schade, nicht einmal darüber können Sie sich freuen. Ja? Schämen Sie sich, dass Sie sich nur am Leid anderer erfreuen, wo sie doch so einen Sonnenschein als Kind haben. Gehen Sie raus mit ihm und zeigen Sie ihm die Welt, ohne schreien. Meine Eltern haben es ja schließlich auch geschafft und ich war kein einfaches Kind. Wasser hat auch mich in dem Alter fasziniert.

Und wenn sie mich noch immer für fett halten, was hätten Sie denn dann vor 3 Jahren zu mir gesagt? Denn darauf kann ich zurück schauen, denn trotz Rückschritte sind es noch immer 13 kg, die ich bereits abgenommen habe und es werden wieder mehr. Ich bin mir nun sicher, dass es wirklich „KLICK“ gemacht hat und ich weiter runter will. Soweit runter, dass ich aus dem Gefahrengebiet der schönen adipösen Krankheiten raus bin.

Denn DAS was die Mehrheit als schlank bezeichnet, will ich gar nicht werden. Ich habe nämlich in den letzten 3 Jahren auch angefangen, meine Kurven zu lieben und diese möchte ich nur ungern los werden. Doch weiß ich auch, dass mein Fettbauch einiges an Risiken birgt und die geht es los zu werden. Denn dann kann ich mich besser bewegen. Mehr Bewegung bedeutet für mich auch mehr Endorphin. Mehr von dem Zeug kann mich vielleicht irgendwann von den Tabletten erlösen und mich meine Depression wieder in de Griff bekommen. Lazy, meine heiß geliebte Depression muss nur wieder lernen, wer hier der Herr im Haus ist und ich muss lernen, mehr auf mich zu hören.

Ihr seht also, es klickt weiter bei mir und es ist noch vieeeel Platz nach unten. Aber ich lasse mich nicht aufhalten, von wem auch? Schon einmal versucht, eine Lawine aufzuhalten? Wie ich Stimmungsschwankungen hasse XD

Ein Gedanke zu „3 Jahre nach ‚Hat es diesmal wirklich „Klick“ gemacht?‘

  1. Hallöchen Kathrin!
    Ich möchte doch auf Deine „Lazy“ Zeilen antworten,da diese mich wiederum auch „beschäftigen“,da ich diese Stimmung „Achterbahnen“,gut verstehen kann!Ich hörte einmal den Satz:“Abnehmen beginnt im Kopf“,aber das „hört“ sich so leicht,mein ganzes bisheriges Leben war auch eine „Achterbahn“,nicht nur wegen dem „auf & ab“ im „Kalorien „Bereich“!Als Kind ,wurde ich „Dicker“ in der Schule „höflich“ bezeichnet,da „braut“ sich doch allmählich für die“ Zukunft“ so einiges zusammen!So um die 20 J.,wurde ich fast schlank,dann wieder ging „die Waage“ nach oben,die „Psyche“ forderte „ihr Recht“,“angeschlagene“!
    Ich wollte nur das berichten,dass „die Seele“ so einigermaßen mitspielen muss,sollte „die Waage“ sich im „freundlichen“Bereich bewegen!Mir erst in „späteren Jahren“ half das tägliche Radfahren,auch „flottes“ fahren,diese angeschlagene „Psyche“ etwas zu „zähmen“,aber natürlich bleiben Rückschläge nicht aus,da ich negative Gefühle mit zu viele Kalorien „besänftigen“ möchte,!?,jetzt auch durch Knie Problem, musste ich ca.,3 Monate mit Sport pausieren,da gab mir „die Waage“ kein „Pardon“,mit 186 cm Größe,doch wieder habe ich über 90 kg!Vor diesen „Problem“ ca.,80 kg!Trotzdem „hoffen“,was bleibt anderes übrig?Natürlich auch für DICH,Kathrin,dass es DIR mit Therapien gelingen wird,wieder mal laufen zu können,bzw.,was DIR sportlich Freude macht!
    Zum Glück hast DU einen Begleiter in der Partnerschaft,ich war fast immer „Single“,trotz zahlreicher Frauen „Bekanntschaften!Und nur kurz,ca.,3 J.,mit aus Ulm stammender Frau,damals „Girl“, verheiratet!
    Also nur Mut,DU bist noch jung & hast sicherlich Talente,nicht nur beim Verfassen DEINER interessanten Seiten!Texte!
    Viel Glück auf der kommenden,auch „spannenden“ Reise ins „eigene ICH“!
    LG,“Oldboy“ p aus Linz/Donau

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